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3 (1827)
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Von dem Worte Gottes. 7

an einem Juristen genug hat. Wenn zu Erfurth ein Jurist nurwäre, so ists genug. Aber mit den Predigern gehets nicht also zu,es muß ein jeglich Dorf und Flecklein einen eigenen Pfarrherrn ha-ben. Mein gnadigster Herr, der Churfürst zu Sachsen, hat für seinLand und Leute an zwanzig Juristen genug, dagegen muß er wolan 1800 Pfarrherren haben. Wir müssen noch mittlerzeit aus Ju-risten und Medicis Pfarrherren machen. Das werdet ihr sehen.

D. M. Luther sagte einmal, daß diejenigen, so bey seinem Le-ben von seiner Lehre nicht wollten den Kern haben, die würden frohwerden, wenn er nun todt sey, daß sie die Schalen mochten davonbekommen, und die Finger darnach lecken, wenn sie nur dieselbigenhaben könnten, und sprach darauf: Ein jeglicher schicke sich in dieZeit und gebrauche sie, und schneide ein, weil noch Erndte ist, undwie der Herr Ehristus Joh. 12, 35 spricht: Wandelt im Licht, weiljhrs habt, daß euch die Finsterniß nicht überhasche.

Wir haben Gottes Wort und die Sacramente rein, sprach ein-mal D. Luther, aber wir Wissens und erkennens nicht, was es voreine grosse Wohlthat und köstlicher Schatz sey, daß der Sohn für denKnecht dahin in den Tod gegeben ist; für welche Wohlthat derKnecht nicht allein undanckbar ist, sondern fahret auch zu, und willden Vater mit dem Sohn, der ihn erlöset hat, todtschlagen. Dasist zu grob, darum muß allerley Strafe und Unglück kommen.

D. Luther sagte einmal: Hatte ich in der erste gewußt, da ichanfing zu schreiben, das ich jetzt erfahren und gesehen habe, (nämlichdaß die Leute Gottes Wort so feind waren, und setzten sich so hcff-tig dawider:) so hatte ich fürwahr stille geschwiegen: denn ich wärenimmermehr so kühne gewesen, daß ich den Pabst und schier alleMenschen hätte angegriffen und sie erzürnet. Ich meinte, sie sün-digten nur aus Unwissenheit und menschlichen Gebrechen, und un-terständen sich nicht, vorsetziglich Gottes Wort zu unterdrücken; aberGott hat mich hinangeführet, wie einen Gaul, dem die Augen ge-blendet sind, daß er die nicht sehe, so zu ihm zurennen.

Ich Hab (sprach D. M. Luther) schon die größte Plage erlebet,nemlich die Verachtung des Wortes Gottes, welche die äusserst?,größte und greulichste Strafe der Welt ist; denn auf Verachtungdes göttlichen Worts, da müssen gewißlich allerley äusserliche undleibliche Strafen folgen. Wenn ich einem sehr fluchen und viel-

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