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3 (1827)
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Von dem Worte Gottes.

get, wie die Pharisäer Joh. 7, 47.48.49. antworteten ihren Knech-ten, die sie ausgesandt hatten, Christum gesangen zu bringen, undsprachen zu ihnen: Sevd ihr auch verführet? Glaubet aucb irgendein Oberster oder Pharisäer an ihn? Sondern das Volck, das nichtsvom Gesetz weiß, ist verflucht. Also saget man jetzt auch: Gläubenauch Fürsten und Bischöffe an die Lutherische Lehre? Es ist Taufeund Ehrysam an der Welt verloren, denn man kann sie doch durchkeinerley Weise Gott gewinnen. Zuvor und ehe das Evangeliumkam, legte man grosse Arbeit und Unkosten darauf, und man begab sichin Gefahr Leibes und Lebens, daß man einen gnädigen Gott möchtehaben; man ging in gantzen Künsten zu St. Jacob und martertesich zu tode, und man wurde mit wunderbarlichen Finsternissen ge-plaget. Nun aber Gott Vergebung der Sünden umsonst, aus lau-ter Gnaden, in seinem Wort anbeut und verheisset, auch mit denSacramenten bestätiget, und mit ernsten Drauworten schrecket, da erspricht: Werdet ihr nicht glauben, so werdet ihr umkommen; daswollen wir nicht haben und werden entweder die ärgsten Buben,oder die gräulichste Werckheiligen.

Luther klagte einst, daß, wo man Gottes Wort rein hätte, dawären die Leute sicher und nachlässig, und achteten dasselbige nichtgroß, sondern menneten, es werde immer also bleiben, wacheten undbeteten wider den Teufel nicht, der ihnen das Wort von den Hertzenwegreisten will, und sprach: Es gehet hiemit zu, als mit Wanders-leuten, wenn die auf rechtem Wege und aus einer Landstraßen wan-deln, so sind sie sicher und unbekümmert; kommen sie aber aufHoltzwege oder Beywege, so sind sie sorgfaltig, welchen Weg sie ge-hen wollen, und wo sie hier und dort hinausivandern mögen. Alsosind die Christen bei der reinen Lehre des Evangelii auch sicher, schlä-ferig und nachlässig, stehen nicht in Gottesfurcht und wehren sichnicht mit dem Gebet wider den Teufel; aber die da Jrrkhum anneh-men, die sind hoch bemühet, ja emsig und fleissig, wie sie dieselbigenerhalten und vertheidigen.

D. Luther sagte: Es würde in kurtzem an Pfarrherren undPredigern so sehr mangeln, daß man die jetzigen rechtschaffenen Pre-diger würde aus der Erde wieder herauskratzen, wenn man sie habenkönnte; alsdann werden die Papisten, und auch unsere Bauern, sodie Prediger also sehr plagen, sehen, was sie gethan haben. DennAertzte und Juristen bleiben genug, die Welt zu regieren; man mußaber bey zwey hundert Pfarrhcrren in einem Lande haben, da man