Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
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Von dem Worte Gottes.

s sagte einmal der ehrwürdige Herr Doctor Martinus Lutherzum Herrn Philipps Melanchthoni, item zu Doctor Justo Jona undandern, von der Biblia, oder heiligen Schrift, daß sie sey, wie einsehr grosser, weiter Wald, darinnen viel und allerlei) Art Baumestünden, davon man könnte mancherley Obst und Früchte abbrechen.Denn man hatte in der Biblia reichen Trost, Lehre, Unterricht, Ver-wöhnung, Warnung, Vcrheissung und Drauung :c. Aber es seykein Baum in diesem Walde, daran er nicht geklopft und ein PaarAepffeln und Birnen davon gebrochen und abgeschüttelt hatte.

Lasset uns, sprach einmal D. Martin Luther, die Bibel nurnicht verlieren, sondern sie mit Fleiß in Gottesfurcht und Anruffunglesen und predigen; denn wenn die bleibet, blühet und recht gehan-delt wird, so stehet alles wohl und gehet glücklich von statten. Dennsie ist das Haupt und die Kayserin unter allen Facultaten und Kün-sten; wenn sie, die Theologia, liegt, so schmeisse ich aufden Strumpfs.Darum soll man die Bibel mit andern Augen ansehen, denn sonstder Juristen Bücher und andere Künste. Denn wo einer hie nichtüber seine Vernunft kömmt und sich selber verleugnet, der wird inder heiligen Schrifft gewißlich anlaussen.

Er sagte auch, daß die Klüglinge und grosse Hansen in der WeltGottes Wort nicht verstünden, sondern die Geringen und Einfalti-gen, wie solches auch der Herr Christus Matth. 11, 2Z. bezeuget,da er spricht: Ich dancke dir, himmlischer Vater, daß du solches denWeisen der Welt verborgen und den Unmündigen und Säuglingenoffenbaret hast. Und sprach Luther, daß daher St. Gregorius rechtgesagt hatte: Daß die heilige Schrift sey ein Wasser, darinnen einElephant schwimme, aber ein Schaf gehe hindurch mit den Füßen

D. Luther sagte: Es stellet sich jetzt die Welt gleich gegenGottes Wort, gleichwie sie vor zwey tausend Jahren auch gethanhatte; denn Gottes Wort fallet allewege auf gleiche Zeit. Die Weltist und bleibet doch Welt, das ist, des Teufels Braut, thut und sa-