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Niemand unerbittlicher als gegen ihre Verfasser, und als einst 5?abder Sohn Zuhairö, einer berühmten Dichterfamilie angehörig undselbst ein berühmter Dichter, seinen Groll gegen die neue Religionin bittern Versen ergossen, wußte sich der Prophet nicht anders zurächen, als daß er das Blut des Poeten frei gab. Von seinem be-reits bekehrten Bruder gewarnt und nirgend Schutz findend, ent-schloß sich Kab, dem „die Erde zu enge ward", sich seinem über-mächtigen Gegner zu stellen, und verfaßte zu diesem Zweck einlängeres, in dem einfachsten nnd erhabensten Stil altarabischer Poe-sie gehaltenes Gedicht, in welchem er den Propheten preist, seineUnterwerfung verkündigt und die Größe MuhammcdS durch dieSchilderung seiner eignen Furcht mit gewinnender Kunst hervor-hebt. Unvcrmuthet vor den Propheten hintretcnd, recitirt er das Ge-dicht; Muhammed hört eS mit steigendem Interesse, und froh, einensolchen Mund seiner Sache zu gewinnen, nimmt er bei einem VcrS,in welchem er ein Licht, bei dem man Helle sucht, und zugleich einscharfes gezogenes Schwert von den Schwertern Gottes genanntwird, seinen eignen Mantel von der Schulter und hängt ihn demDichter um, eine Gunst, die er sonst nicht leicht einem erzeigt hat.
Kab erlebte noch die Zeiten Muavias und widerstand demAnsinnen desselben, ihm diese Reliquie des Propheten für eine großeSumme Geldes abzutreten. Seine Erben waren weniger schwierigund erhielten den Mantel nach der niedrigsten Angabe mit 20,000Dirhem bezahlt.
Diese Geschichte gründet sich auf die besten Quellen muslimi-scher Ueberlieferung »), sie ist als historisch sicher zu betrachten nndwird schwerlich von einem Sachkundigen in Zweifel gezogen wer-den, was hier freilich nicht näher erörtert werden kann. Jedenfallsist dies eine Reliquie, die sich auf vernünftige und wahrscheinlicheArt über ihren Ursprung ausweisen kann.
Die an sich werthlose Burda des Propheten — denn das istder Name jenes schwarzen, aus Kamcclhaar gewebten nnd gestreif-ten groben Mantels — ward als Reichskleinvd von Muavia aufseine Nachfolger vererbt und ging mit dem Sturz der Umavyaden
->) Namentlich auf das Kitab alaghani. Hier ist sie nach den Prolego-menen der drei Ausgaben des Gedichtes von Lette Leid. 1748, vonFreptagBonn 1822 und von Ahmed ben Muhammed Alschir-vani Calcutta 1231 (1810) erzählt. Vgl. Abulfeda, Ann. l 170.