auf die Abbasidcn über. Sie bildete mit einigen andern ReliquienMuhammcdS ein bei großen Festen und Proccssionen von den Kha-lifen getragenes Jnsigne ihrer Würde und ein Palladium des Reichs.Wir finden sie einzeln in der Geschichte bei feierlichen Gelegenhei-ten erwähntund würden sie noch öfter nachweisen können, wärendie ausführlicheren GcschichtSwcrke der Araber gedruckt oder zugänglich.
Nachdem die spätere Tradition Muhammeds Person mit Wun-derkraft ausgestattet, war es natürlich, daß diese Kraft auch seinemKleide verliehen wurde. Das Wasser, in welches es getaucht war,heilte Krankheiten >'?, ganz wie es bei den Cölner Karthäuscrn mitdem Saum des nngenähten Rockes geschah. Ein paar solcher Wun-der kennen wir genauer: die Heilung eines Lahmen und eines Blin-den. Mnhammed Albnsiri, von einer Paralysie ergriffen, die ihmden Gebrauch der einen Hälfte seines Körpers raubte, verfaßte zuEhren des Propheten ein Lobgedicht, um ihn durch Recitirung des-selben zu einer Fürbitte bei Gott zu veranlassen. Im Schlaf dernächsten Nacht sah er den Gesandten Gottes mit seiner Hand diekranke Seite berühren und seinen Mantel ans ihn werfen, und fandsich beim Erwachen geheilt. Das Gedicht erhielt davon den Na-men Burda und wird so heilig gehalten, daß noch setzt die meistengebildeten Muslimen es auswendig wissen und nicht anders als inder chrfnrchtvollstcn Stellung hersagen oder anhören. So groß istdie Wundcrkraft des Mantels, daß selbst das nach ihm benannteGedicht „durch Zulassung Gottes" seine Stelle wirksam vertretenkonnte. Als Saadaldin Alfariki, Secretair des Bahaaldin, VezircSdes mamlukischen Sultans Baibars, von einer heftigen Augenkrank-heit befallen war, die ihm das Gesicht ganz zu rauben drohte, er-schien ihm Muhammed im Traum und befahl ihm, sich die Burdavon seinem Herrn geben zu lassen und auf seine Augen zu legen.Der Vezir hatte zwar den Mantel des Propheten nicht, aber erbesaß ein Exemplar des Gedichtes, und als dies auf das Auge ge-legt und dabei vorgelesen war, ward der Blinde auf der Stellegeheilt«).
Aber die allmähliche Zertrümmerung des KhalifatS der Abba-sidcn konnte MuhammedS Mantel so wenig abwenden, als der 1529
a) Abnlf. Ann. lil l60., 170.
i-q Dahabi bei Gagnier, äiiuis. Vit. >i»i>. p. IL5.
o) l!»r<Ia e.I. llri. 1710. ,>. 3. vgl. »ioxr. >m!v. V. 399.