Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
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zwecken ungcnähtcn Rock Anspruch hat. Man muß Hrn. Marr sehrdankbar sein, daß er selbst in seiner Schrift») davon eine genaueund aus den Akten geschöpfte Nachricht gegeben. Im Jahr 1627befand sich in einem hohlen, mit einem Glase versehenen Fußgestellceines kostbaren CrucifireS in der churfürstlichen Capellezu Trier mit der Unterschrift cks tiiniou sulvatoris nostrik) eineRcliquienpartikcl, davon der Churfürst Philipp Christoph der Erz-herzogin Jsabclla von Ocstreich die Hälfte schenkte; durch ein vonihm selbst unterschriebenes und versiegeltes Dokument verbürgte erzugleich die Aechtheit derselben. Diese ward von einigen Dom-herren laut bestritten, und als die Prinzessin in Folge dessen ihrDokument von dem Capitcl beglaubigt zu sehen wünschte, erhobsich ein langwieriger Streit zwischen diesem und dem Churfürstcn,dessen Verlauf für unfern Zweck gleichgültig ist. Das hochwciseDomkapitel fand bei angestellter Verglcichnng die Partikel demTricrischen Rock an Farbe, Stoff und Dicke ganz unähnlich undmachte daraus den Schluß, daß der Trierer Rock ächt und die Par-tikel unächt sei; daß dieselbe Prämisse auch den Schluß zuläßt, daßdie Partikel ächt und der Rock unächt sei, fiel ihm nicht ein. Lä-cherlich und charakteristisch genug gicbt der Churfürst ebenfalls dieAechtheit des Tricrischen Rockes zu; natürlich bindet das die histo-rische Betrachtungsweise nicht, welche unbefangen und über demStreite stehend einfach die beiderseits vorgebrachten Gründe abzu-wägen hat, und danach entscheiden muß, daß dieselben sich voll-kommen die Wage halten. Bei der churfürstlichen Partikel findetsich wenigstens eine Inschrift, während der Rock des Capitcls ganzohne ein solches Zeugniß im Jahr 1121 erscheint und ohne weiteresin den Nicolausaltar gelegt wird. Der Rock dcö CapitelS beruftsich auf einen längeren, früheren Zeitraum seines Vorhandenseinsin Trier: auch der Churfürst weist nach, daß die Partikel seit meh-reren Jahrhunderten von einem Erzbischofe zum andern überliefertund immer als achtungswerthe Reliquie gehalten und verehrt istsHommer S. 23). DaS Capitel wendet ein, Niemand wisse sichzu erinnern, daß in der churfürstlichen Capelle Reliquien von Christoaufbewahrt würden; aber vor 1110 wußte sich auch Niemand zu er-innern, daß nnd wo in Trier solche Reliquien aufbewahrt und ver-

->) S. 85. ff. Vergl. Hoinmer S. 2426.d) Nach Hoinmer ?»rticni» v. X. a. t?.

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