Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
60
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va stisgu'cn 11811-»).

Das dreifache Citat ist, wenn nicht etwas Schlimmeres, eindreifacher Jrrthum. Gar nichts davon steht bei Hclgandus >>1; garnichts bei Robert, dessen Chronik erst 1113 beginnt und folglichzum Jahr 80l) nichts vermelden kann; gar nichts bei Werner No-levinck; gar nichts endlich bei irgend einem andern Schriftsteller,der als Quelle gelten kann. Es ist lediglich eine ganz neue Erfindung.

Diese Erfindung ist sehr ungeschickt. Ucbcr die Reliquien, dieKarl erhielt, haben wir bei seinen Gcschichtschreibcrn Nachrichten,und es läßt stch nicht denken, daß diese eine so wichtige sollten zuerwähnen vernachlässigt haben. Die geschichtlichen Annalcn, Einhardz. B. und die fränkischen Chroniken, erwähnen einige, doch wenigeaus Jerusalem gekommene; von Cvnstantinopel lassen sie gar keineund nur Geschenke senden. Erst die spätere Sage, welche Karl denGroßen selbst nach Jerusalem und Cvnstantinopel bringt, kenntmehrere, aber auch unter diesen nicht den ungenähtcn Rock Christi;die folgende Liste stellt zusammen, was man bis zum dreizehntenJahrhundert davon berichtete: die Dornenkrone, ein Kreuznagel, einStück Kreuzholz, das Schweißtuch, die Windeln, das Kinderhcmdund der Gürtel Christi, von seiner Krippe und seinem Grabe, dasHemd, das Maria bei seiner Geburt anhatte, das Tuch, darin Jo-hannes des Täufers blutiger Körper eingeschlagen war, der ArmSimeons, auf dem er das Jesuskind gehalten, ein Stück vom Kör-per des h. Andreas 2(>). Bis dahin also wußte man von einemungenähten Nock, den Karl aus Cvnstantinopel erhalten, noch nichts.Wie man auf diese Combination kam, erklärt glücklicher Weise eineNotiz, die uns Follet und Guerin selbst in die Hand liefern.

Sie sprechen nämlich von eineralten Messe des heiligenNockes," aus der sie folgendes citiren c): Detto i-olio est I'oeuvre

->1 Bei dem guten Pater Heckt nimmt sich dies Argument S. 121 so ans-Alle Schriftsteller, französische und deutsche, welche vor dem zwölftenJahrhundert gelebt, von dem heil. Leibrocke Jesu Christi geschriebenund meistens Zeitgenosse» eines wichtigen Ereignisses desselben gewesenwaren, berichten, der heilige Leibrock sei von Galatien nach Joppe,dann nach Jerusalem und Cvnstantinopel und endlich durch KaiserKarl, dem Großen, im Jahr 800 nach Argentcnil übertrage» worden,d) v» ltliosne vol. IV.

<-) Follet S. 35 theilt leider nur wenige Strophe» des Originals undder alten französischen Uebcrsetzung mit. Das übrige nehmen wir ans