Stadt konnte damals im Occidcnt unmöglich bekannt scinity undberechtigt zn dem Schlüsse, daß die Erzählung aus Palästina stammtund ihr ein wirkliches Factum zum Grunde liegt, mochte dies, wor-auf der Tcrt fuhrt, vielleicht auch nichts mehr sein, als die Spe-enlation eines pfiffigen Juden auf damalige Rcliquicnlicbhabcr.
Beide Röcke treten der Hypothese von der Tricrischcn Helenahemmend in den Weg. Es ist also nothwcndig, daß Hr. Marr siebeseitige. Dcßhälb muß cinestheils die Glaubwürdigkeit der Er-zählungen verdächtigt werden; es wird S. 19 gegen Frcdegar richtigbemerkt, daß bei griechischen Schriftstellern gegen die Natur derSache keine Erwähnung des Vorfalls zu finden sei, und Gregormit der Bemerkung, „daß er überhaupt als sehr leichtgläubig be-kannt wenig zuverlässig sei," abgewiesen. Wohl, Gregor war leicht-gläubig, aber hier erzählt er nur einfach wieder, „waS er von einigengehört habe," „was man sage," und ob er es, was er nicht einmalsagt, geglaubt habe oder nicht, hat aus die Wahrheit nnd Wahr-scheinlichkeit der Thatsache nicht den mindesten Einfluß. Ausserandern Seite dagegen, da bekanntlich die eine Hand die anderewaschen muß, um hier kein gröberes Sprichwort zu gebrauchen, istes nicht wohlgethan, die Autorität eines von einer Reliquie berich-tenden Schriftstellers in Abrede zu stellen, was schlimme Consc-qucnzcn haben und am Ende gegen den eigenen Hecrd ausschlagenkönnte. Hr. Marr erkennt daher das Factum, trotz des sehr leicht-gläubigen Erzählers, an, er hilft sich aber durch die Behauptung:„da keiner der Chronisten Gelegenheit hatte, durch Anschauung des„fraglichen Kleides sich zu vergewissern, ob dasselbe in Form nnd„innerer Beschaffenheit die Signatur einer Tunica oder eines an-„dcrn Kleides trage," „sei ihre Ansicht, nach welcher sie es den ein-genähten Nock nannten, durchaus als irrig zu bezeichnen,"und es sei irgend ein anderes Kleidungsstück des Herrn gewesen.Aber hat Hr. Marr etwa Gelegenheit gehabt, sich durch Anschauungvon der „Signatur" der beiden fraglichen Röcke zu vergewissern? DieChronisten nennen sie Tnnica inconsutiliö, es muß folglich entwederdies festgehalten oder gleich die ganze Anekdote aufgegeben werden.Welche Logik aber berechtigt dazu willkührlich den einen Theil derErzählung für unglaubwürdig, den andern für glaubwürdig zu er-klären? warum, wenn es nicht das war, was die Chronisten sagen,verwirst Hr. Marr nicht auch die Angabe, daß es überhaupt ein