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gar kcineö mehr. Die Chronik von St. Denis weiß ihrerseits,daß Maria sie gemacht habe, eine Ansicht, die etwas später auchim Orient bei Euthymius Zigabenuö ») erscheint, drückt jedoch einennaiven und richtigen Zweifel an dieser frommen Meinung aus.Thiofrid beginnt die Erzählung auszumalen, ohne jedoch fremdeZüge hineinzubringen; er weiß, daß die Tunica von den Judenabsichtlich verborgen, daß sie bis aus Simon regelmäßig vererbtwar; er kennt dessen Charakter schon genauer; er berichtet von derunbeschreiblichen Freude, welche die Kirche bei Auffindung der Re-liquie gefühlt habe. Während die übrigen Chronisten die Begeben-heit 690 setzen, hat Sigibert sie zum Jahr 594, Marianus ScotuSaber selbst 613 d), eine in sofern wesentlichere Abweichung, als erdie persische Wegführung des Kreuzes schon 611 annimmt, so daßdie Tunica nicht wohl zu dem Kreuz gelegt werden konnte. Schwer-lich deuten diese Abweichungen auf eine Verschiedenheit der Quellehin. Man sieht, die weitere Ausschmückung, zu der ein Ansanggemacht ist, unterblieb, weil die Scene der Legende zu weit entlegenwar, um ihr dazu das hinreichende Interesse zu geben.
Die Erzählung leidet, abgesehen von ihrer von Anfang anwunderbaren Fassung, an einer historischen Schwierigkeit. Es wardazumal in Jerusalem kein Bischof Thomas; auf dem Stuhl dieserStadt saß vielmehr von 567 bis 594 Johannes«). Fabelhaft aberist offenbar die Zusammenkunst der drei Patriarchen; die beglaubigteGeschichte kennt sie nicht, und eS läßt sich kein denkbarer Grunddafür angeben. Wäre aber eben die Aufsindung der Tunicader Grund, so müßte nothwendig das Ereigniß mit dauerhafte-ren Zügen in die Geschichte eingezeichnet sein, so müßten frühereund vor Allem griechische und orientalische Schriftsteller davon spre-chen. Dagegen ist sehr auffallend die Erwähnung der Stadt Zaphad.Dies ist natürlich nicht Joppe, wie frühere Erklärer, Ruinart, Ger-beron u. a. geglaubt und die Hrn. Marx und Gucrin nachgeschriebenhaben, sondern wie sich aus der Uebereinstimmung der oben ange-führten Varianten ergicbt, Safed, das selbst bei arabischen Schrift-stellern wechselnd mit d und t geschrieben wird. Der Name dieser
») zu Matth. 27, 35. und Joh. 19, 23.
i>) Aehnlich setzt sie die Stephanischc Ausgabe von Eusebius Chronik mit
ihren Fortsetzungen l'»r. 1512 in das Jahr 616.k) l,e6»ie» Dr. clirist. III. 312—346.