Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
52
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8- n.

Der heilige »»genähte Rock zu Safed und Jerusalem.Neben Gregors Nachricht steht eine andere, welche zuerst beiFredcgar 740 erscheint und mit völliger Hintansetzung jener dasGemeingut der spätem Chronisten wird; sie findet sich z. B. beiAimoin um 1000, den Chroniqucs de St. Denis im zwölftenJahrhundert, Hcrmannus ContractuS 1054, Marianus Scotus1059, Sigibcrt 1100, Thiofrid von Echternach 1100, Chron.Urspcrg. 1124, Chron. Pantaleon, nach 1200, Martinns PolonuS1254, Ricobaldus 1300, Matthäus von Wcstmünster 1377, WernerRolevinck 1480, und zwar so, daß Fredegar deutlich ihre einzigeQuelle ist, der sie nur wenig beizufügen haben»). Im Jahre589 >0 kommt die ungcnähte Tunica Christi zum Vorschein, nachdem'ein Jude, es ist nicht ganz deutlich, ob durch Tortur oder Krankheitveranlaßt (wahrscheinlich ist letzteres gemeint), verräth, daß sie sichin Zaphad (Zafad, Zaphat, Saphad) befinde. Die PatriarchenGregor von Antiochien, Thomas von Jerusalem und Johannes vonConstantinopel bringen sie mit vielen andern Bischöfen nach Jeru-salem und legen sie an dem Orte nieder, wo das h. Kreuz bewahrtwird. Dabei ereignet sich das Wunder, daß der marmorne Behäl-ter so leicht wird, als wäre er von Holz. Aimoin setzt von demSeinigen hinzu, daß das Gerücht von der Auffindung durch dieganzen fränkischen Lande gegangen sei; während der Kasten beiFredegar noch das Gewicht des Hölzes hat, hat er bei ihm schon

Kaiser Ludwig den Frommen von ihm geschrieben habe, man müsseder gutmnthige» Einfalt des Mannes manches in seinen Schriften zugut halten. Wie unvergleichlich dies Urtheil, begreiflich bei Hilduin,sich in dem Munde des Trierer Professors ausnimmt, bedarf keinerAuseinandersetzung: es ist nnr ein Beweis aus vielen von der groß-artigen Ruhe, womit er an andern Stellen bei aller Verehrungunsers" Hontheim Trier die älteste aller gallischen Kirche» nennt, denAlemannen Ehrsens aus dem dritten in das fünfte Jahrhundert zuden Vandalen verpflanzt, und mit einer Reihe von Citatcn, in denenganz andere Dinge stehen, die Entdeckung begründet, daß dieEin-bringung der vielen hh. Reliquien" aus dem Morgen- in das Abend-landbei Gelegenheit" der Kreuzzüge erst nach der Eroberung vonConstantinopel 1204 stattgefunden habe.

-») Sämmtliche Stellen in Anhang unter Nr. 18.t>) Wohl nicht 290, da nach der Xrt ckn les ck-tte» cke». I. n. u. ck,v. l. 307. (>8l8) die nach den Chronisten in demselben Jahre mitdem Ereignis« erfolgte Mondfinsternis« nur in jenes Jahr 6. Mai1 Uhr oder 29. Oct. 7 Uhr fallen kann, nicht in dies, in welchemkeine totale Statt hatte.