Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
49
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Das Gedicht, das der Helena eine ganz andere Stelle zucheilt,als die bloße Schenkung nach Trier, ist cinigcmalc als Volksbuchgedruckt worden, aber ohne daß seine Erzählung sich dauernd imMunde des Volkes erhalten hätte. Einige andere Geschichten cur-sirtcn noch vor einigen Monaten, um den Anfang der Ausstellungdes Nockes, die sich wahrscheinlich von den bei der Ausstellung von181V verbreiteten Erzählungen erhalten haben; cS läßt sich dieWahrnehmung machen, daß durch die Ucberschrift der vielen groteskenBilder und die für das Volk diesmal geschriebenen Bücher, die allevon der Helena reden, jene Berichte mehr und mehr verdrängt werden.

In der Gegend von Trier selbst ward erzählt: der christlicheKaiser Constantin, natürlich auf Pilatus höchst erzürnt, daß er.Christushabe hinrichten lassen, habe ihn zur Rechenschaft gezogen, Pilatusaber, so oft er gestraft werden sollte, den ungenähtcn Rock, den eran sich gebracht, umgehängt, so daß ihm kein Leid habe geschehenkönnen, zur großen Verwunderung des Kaisers. Endlich habe Ve-ronica das Geheimniß verrathen, Constantin den Rock an sich ge-nommen und Pilatus seine Strafe erlitten.

Diese Geschichte steht bekanntlich, nur daß, statt des Constantin,Tiberius oder ein anderer der ersten römischen Kaiser gesetzt wird,in vielen Schriften des späten Mittelalters; aus dem Matthäusvon Westmünstcr erzählt sie auch Hr. Marx S. 12, der aber vielzu verständig ist, um sie zu glauben.

Es ist in dieser Vorstellung dieselbe Naivität des Glaubens,dieselbe Sinnlichkeit der Anschauung, und deshalb derselbe poetischeReiz, wie in der Geschichte des unverwundbaren Königs Orcndcl.Um so interessanter ist die Wahrnehmung, daß eine Mischung bei-der Legenden trotz aller gelehrten Verehrung der h. Helena, trotzSylvester, Hommcr und Marx bis auf den heutigen Tag Bonngegenüber aus dem rechten Rhcinufer volksthümlich überliefert wird.In Trier herrschte einst, lautet die Erzählung, ein wilder und gran-samer König, der die geringsten Vergehen sogleich mit Qualen undHinrichtung bestraste. Einmal war ein Soldat bei ihm bezichtigtwegen einer unbedeutenden Sache; in seiner Todesangst klagte erüberall sein Leid, und ein Jude gab ihm den wundcrthätigen Rock,^>er werde ihn beschützen. Er stellte sich dem Könige und wurde zulllgemeinem Erstaunen freigesprochen. Einem zweiten, im gleichen^alle, dem er den Rock anvertraute, ergieng es nicht anders. Ein

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