Bruno deckt sie ebenso wenig, als der gutgemeinte BrowerscheBericht die Details über die Auffindung von 1196.
Diese Behauptung wird Niemandem auffallen, der jemals denWegen der Hciligenverehrung im Mittelalter nachgegangen ist: weraber etwa nie davon gehört haben sollte, wie man gerade im 12.Jahrh. Reliquien machte und Reliquien taufte, der lasse es sich voneinem durchaus unverdächtigen Augenzeugen, dem frommen AbteGuibert von Nogent (gest. 1124) erzählen, einem eifrigen Verehrerder Heiligen und ihrer Reliquien, den ein edler Unwille veranlaßthat, in einem eigenen Buche seiner Zeit ihre Reliqnienfälschungenvorzuhalten; der nehme sich wenigstens aus einem einzigen Beispieleab, wie es damit zuging. Guibcrt sagt: „Doch was rede ich von„dem (mehrfach vorhandenen) Kopf des Johannes, der ich von un-zähligen Körpern von Heiligen täglich gleiche Dinge hören muß.„Mein Vorgänger, der Bischof von Amiens, fand, als er einst einen„Leichnam, den er für den des Märtyrers Firminus hielt, in einen„neuen Kasten legen wollte, dabei keine Etikette und nicht mit einem„einzigen Buchstaben angezeigt, wer dort begraben liege. Von dem„Bischof von Arras und sogar von dem Bischof von Amiens selbst„habe ich gehört, was ich erzähle: ohne Bedenken legte er eine„bleierne Tafel dabei, auf die er schrieb: der Martyr FirminuS Bi-„schof von Amiens. Kurze Zeit darauf geschieht dasselbe im Kloster„des h. Dionysius: als der Martyr, um in einen bessern Kasten ge-„legt zu werden, erhoben und enthüllt wird, findet man in seiner„Nase einen Streifen Pergament, auf welchem steht, daß dies der„Körper des Martyrs Firminus von Amiens sei" a).
») Tcrt im Anhange Nr. ltii>.
Wir können an dieser Stelle recapituliren :
Der nngenähte Rock selbst ist — einigermaßen nachweislich —seit 1121 in Trier, ohne daß man damals oder später seine Herkunstanzugeben vermöchte. Die Geschichte, daß ihn die heilige Helenahingesandt habe, ist nicht älter, und deren Ursprung ist uns jetzthinlänglich klar. Sie ist keine von Geschlecht zu Geschlecht vererbte