Trier Jedermann den NikolauSaltar als den Ort der Reliquie zeigenkennte, daß der Zustand zwischen 1121 und 119V genau derselbewar, wie kurz vor der Ausstellung oder Aussindung von 1512.Niemand der lebenden Menschen hat den Rock geschaut, oder gestehtes, ihn erblickt zu haben, aber jeder, die Einzelnen und die ge-summte Kirche, wissen ihn sicher verwahrt in den: Altare. So auchErzbischos Johann im Jahre 1196. Er hat die Translation be-schlossen, er geht zu der nxchlbekanntcn Stätte, eröffnet den Altarund läßt ihn bei dieser Gelegenheit öffentlich sehen. Er hat gar keinenGrund, wie Brower nach offenbaren Anzeichen zu verlangen; erhält sich an die Tradition seiner Kirche, welche ja seit 79 Jahren,im 12. Jahrhundert ein stattlicher Zeitraum in Bezug auf dieAechtheit einer Reliquie, feststand. Er weiß, daß Erzbischos Brunoden Rock als den ächten in den Nikolausaltar gelegt hat, und genauso viel, nicht mehr und nicht weniger, wissen auch wir über seinAlter. Im Jahre 1121 ist er vorhanden; über Nacht hat Bruno,der um 1196 noch an dcn Thiofrid und den Rock in Safcd geglaubthat, seine Neberzeugung geändert. Aus welchen Gründen? Wüßtenwir nur bestimmter, ob der älteste Aufzeichncr der Gesta 1111 oder1122 geschrieben, ob er die Tunica vor oder nach der Weihe desNikolausaltars in die Urkunde Sylvesters eingeschoben hat. Ist esnachher geschehen, so erklärt sich die Einschiebung äußerst natürlich,und nur der Nock verliert noch einige zehn Jahre mehr von seinemAlter. Im andern Falle zeigte sich ein Weg, die SinnesänderungBrunos, wenn nicht ans natürliche, doch aus übernatürliche Weisezu motiviren. Wenn der Chronist keinen wirklichen Rock vor sichgehabt hat, wie käme er nur zu seinem Einschiebsel? Menschenkönnen es ihm nicht angegeben haben, warum hätte diesen Brunomehr geglaubt, als dem vielerfahrenen Thiofrid? Wir sehen nurden Ausweg einer übernatürlichen Rcvelation, und würden Hrn.Marx die Sache zu bedenken geben, wenn er nicht Hr. Marx, son-dern etwa Hr. Gucrin oder der Pater Hecht wäre. Aber Hr. Marxzeigt sich bei der Legende von dem wachsenden Rocke, bei der Sagevon dem schützenden Rocke (S. 11,14) und sonst mehrmals zu ver-ständig, zu wenig glaubcnsvoll, als daß wir ihn mit Mirakeln ohnefesten Grund aus bloßer Muthmaßung hervor belästigen möchten.
Nur sehe er wohl zu, dies Mirakel oder nichts anderes rettetdie Anthenticität des Rockes. Die bloße Versicherung Erzbischofs