Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
45
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Meinung gewesen sein; sie ist solcher Art, wie man sie einer münd-lichen und Localtradition am ersten glauben kann. Es ist nichtgerade urkundliche Sicherheit, welche durch sie sür den h. Nikolausgewonnen wird, indcß hat kein anderer Altar bessere Ansprüche, undfür die Geschichte des Rockes trüge es wenig aus, wenn man eineandere Stelle aussuchen wollte. Und wozu solche Bedenken übereinen überall her zugestandenen Punkt? Wer einer KirchcntraditionGlauben schenkt, wird keinen Einspruch gegen den NikolauSaltarerheben, und ungläubige Leser haben überhaupt mit dem ungcnähtcnNocke nichts zu schaffen. Der Nikolausaltar ist aber am 23. Okt.1121 geweiht worden, damals ist also auch der heilige Nock in ihnhineingekommen.

Nun stelle man die Daten zusammen. Im 11. Jahrhundertweiß noch niemand von dem Nocke, es gehen einmal die Gerüchtevon der gchcimnißvollcn Kiste, sind aber bei der erfolglosen Nach-suchung sogleich verschollen. Zwischen 11V1 und 1103 haben wirdas fast officicllc Zeugniß Thiosrids, daß die Tricrischc Kirche aufden Rock keinen Anspruch mache. Zwischen 1106 und 1124 schrei-ben die ältesten Handschriften der Gesta C. 31., daß Helena denRock nach Trier gesandt habe. Im Jahr 1121 wird der Nikolaus-altar geweiht»), in welchem der Nock später gefunden wird. Baldnach 1134 wissen dann andere Handschriften der Gesta an derselbenStelle ganz genaust, daß der Rock durch Agritius in der Domkirchcniedergelegt worden sei. Noch ein ferneres Zeugniß tritt hinzu.Im Jahr 1157 redet Kaiser Friedrich I. in seinem Briefe c) anErzbischof Hillin (dessen Acchtheit, obschon er von etwas verdächti-ger Hand überliefert ist, hier nicht in Frage gestellt werden soll)von der Tricrischcn Kirche, welche durch den ungcnähtcn Rock voranderen in Ansehen stehe, guav tuniea iiieonsutili pruepollet. Welchein Ansehen wäre daö gewesen, wenn kein Mensch etwas über denRock gewußt hätte, als daß Helena ihn zwar geschickt, daß ihnaber in einer mysteriösen Kiste Niemand gesehen, und daß Niemandeine Kunde hätte, was aus ihm geworden. Nein, die Worte desKaisers haben nur unter der Voraussetzung einen Sinn, daß in

»1 Nickt 1122, wie Herr Marr irgendwo schreibt. Vgl. kesi-» 'Nrevii-, eck

^v^tte»b»cl>. I. rs?> Note.

N) S. Anhang unter Nr. 15.c) Anhang nntcr Nr. 16.