Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
31
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von Aenßerungcn unter den Gläubigen. Im Original bleibt derInhalt der Kiste völlig unbestimmt, bei Hrn. Marx sind dieGläubigen seit dem 4. Jahrhundert sicher darüber, daß es ein Kleiddes Erlösers ist, und fragen nur ob Rock oder Schuhe. Die Nai-vität dieses bcncidenswcrth unbefangenen Verfahrens erscheint umso glänzender, als sie sich auf S. 28 zum größten Thcile wieder-holt. Da heißt es nämlich: längere Zeit nach dem h. Agri-cius hätten die Gläubigen zu Trier verschiedene Vcrmuthuu-gcn unter sich ausgesprochen, was das doch für Reliquien seinmöchten :c. Die Dosis ist hier etwas gelinder, der unbestimmteAusdruck Reliquien ist nicht durch den bestimmten verdrängt worden;aber der Grund auch dieser Acndcrung liegt zu Tage. Hier näm-lich kommt die Geschichte nur beiläufig in einer Note vor, währendsie oben in dem ausdrücklichen Zusammenhange der obersten Be-weisführung auftritt. Es ist also begreiflich, warum die Waffen anjener Stelle noch emsiger geschärft werden.

Ob dies Verfahren einen technischen Namen im literarischenVerkehr hat, weiß ich nicht zu sagen. Im bürgerlichen ist die Be-zeichnung bekannt genug und gleichlautend in allen Strafgesetzen.Ich wiederhole meine Frage: wer wird noch in der Vita Agrieiiein Zcugniß für die Tradition vom h. Rock suchen, nachdem Hr.Marr solcher Mittel bedurft hat, um eins darin zu finden.

Sehen wir zu, in welcher Zeit der von ihr erzählte Vorfall,seine Authenticität eingeräumt, sich zugetragen haben kann. DerSchriftsteller beruft sich auf die Erzählung der Vorfahren. Wer desdamaligen Sprachgebrauches irgendwie kundig ist, weiß auch, daßder Ausdruck Vorfahren nicht eben in ein graues Alterthum zurück-zudeutcn braucht. Der Schriftsteller konnte ihn anwenden, wennetwa ein Greis, der in seiner Jugend der Eröffnung des Kastensbeigewohnt, ihm darüber Bericht erstattet hatte. Nichts hindert unsalso, den Vorfall in das 10. oder den Ansang des 11. Jahrhun-derts zu setzen, und hier die ersten Spuren jener Gerüchte aufzu-finden. Diese Vermuthung erhält die größte Wahrscheinlichkeitdurch folgende allgemeinere Betrachtung. Die religiöse Haltung des10. Jahrhunderts zeigt sich, mit früheren oder späteren zusammen-gehalten, ungleich weniger schöpferisch, phantasievoll, begeistert.Aeußercs Elend in seiner ersten, anderweitige geistige Richtungen inseiner zweiten Hälfte erklären es hinreichend. Gegen Ende dcfsel-