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[1] (1844)
Entstehung
Seite
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einem Ercigniß, an welches sich die Sage allmählig in einem Maßeund mit einem Anspruch auf Canonicität anschloß, daß das Gcla-sianische Dekret sie ausdrücklich als apokryph zu verdammen nöthighatte. Ohne eine Person, an die sie sich lehnt, fehlt aber der Sagealler Halt, alles poetische Leben; an Niemand schloß sie sich besserals an die heilige Helena, von der wir durch Zeitgenossen wenig,durch Spätere viel wissen »1. Es bleibt nur zu verwundern, daß sieerst nach der langen Zeit von fünfzig bis siebenzig Jahren nach demwirklichen Ercigniß in schriftlichen Denkmalen erscheint.

Hiermit ist aller historische Anhalt, den die angebliche Traditionhaben soll, gefallen. Helena hat das Kreuz nicht gefunden; dieWorte:durch die Auffindung des Krenzes und die große Freude,welche die Kaiserin darüber an den Tag gelegt hatte, war die Auf-mcrksamkcit aller, besonders der palästinensischen Christen auf Helenaund ihre große Wcrthschätzung der hh. Reliquien gezogen" sind beiHrn. Marx S. 17 zu streichen. Aber noch weniger hat sie sich, wiewir oben ihn sagen hörten, nach Palästina begeben,um heilige Er-innerungen an das Leiden und Sterben des Erlösers an das Lichtzu ziehen". Dies ist lediglich eingeschwärzt, um einem willkührli-chen Mittelgliede der Combination den Schein einer überliefertenThatsache zu leihen. Die alten Kirchenhistoriker, die ihrer Reise er-wähnen, selbst die, welche sie das Kreuz finden lassen, geben ganzandere Gründe an. Eusebius u) sagt, sie habe Gott ihre gottseligeGesinnung beweisen und für ihren Sohn und ihre Enkel durch Ge-bet den gebührenden Dank darbringen wollen; nach Snlpitius Se-verus will sie Jerusalem sehn; bei Nnfin und Sokrates erscheint bloßder Zweck, das Grab aufzusuchen, wozu sie durch Träume ermun-tert ist; ebenso ckim'ua ew?7us riocmit inspirata consilioläßt Paulinus sie hingehen, um die Fußtapfen des Herrn zu schauenund die heiligen Denkmäler zu reinigen; nach Sozomenuö will siedort beten und die heiligen Orte bcsehn; nach Theodoret überbringtsie den Brief Constantins. Keiner von ihnen hat ein Wort, daß sieetwa vorher nur das Kreuz zu finden gedacht, viel weniger daß über-haupt Reliquien zu suchen ihre Absicht war. Gelehrteren Verehrernder h. Helena, als Hr. Marx ist, den Bollandisten z. B., die ineinem eignen Kapitel die bei ihrer Reise zu Grunde liegende Ab-

») Man vergleiche im Anhang die Note 4.n) Die Stellen sind oben nachgewiesen.

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