Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
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den Stein, den die Bauleute verworfen haben, Salomes Palast undCistcrne, das Blut des Zacharias vor dem Altar so frisch, als seies heute erst vergossen, die Schuhnägel seiner Mörder, in den Mar-mor eingedrückt wie in Wachs, das Haus des Kaiphas mit derSäule, an der Christus gegeißelt wurde, Davids Palast, PilatusPrätorinm, den Stein, wo Judas Christum verrietst, die Palme, vonder man bei seinem Einzug die Aeste abbrach, die Sykomore, ans derder kleine Zachäuö saß. Würde er diese kümmerlichen Reliquien sosorgfältig ausgezählt und die größeste von allen, das Kreuz, ver-schwiegen haben, wenn es schon da war?

Aber eben in dieser Erzählung des Pilgers liegt der Schlüsselzu der ganzen Frage. Zur Zeit der Helena zeigte man nur dieHimmelfahrtsstätte und die Geburtshöhle, höchstens noch das verschüt-tete Grab. Der Andrang der Pilger, die den Schauplatz so gro-ßer Ereignisse im Einzelnen zu sehen verlangten, machte es zur Not-wendigkeit, für sede Scene ihre Decoration in Bereitschaft zu haben,die unermeßliche Leichtgläubigkeit der Christen machte dies leicht, wieman aus den obigen Beispielen sieht; man zeigte erst Localitätenauf, ehe man wirkliche Reliquien vorzubringen wagte; welches dienächste gewesen sein wird, ans die man verfallen mußte, wenn maneinmal so weit gekommen war, ist leicht zu errathen. War es schwe-rer, das Kreuz zu finden, als den Stein, den die Bauleute verwor-fen haben?

Constantin starb 337; zwischen diesem Jahr und 333 kann dieAuffindung geschehen sein, und das Zeugniß des Cyrillus vollkom-men in Kraft bleiben. Cyrillus Ausdruck, daß die Splitter desKreuzes schon durch die ganze Welt verbreitet seien, erfordert eben-falls einen möglichst geringen Zeitraum; denn im Grunde konntedas ohne Wunder in sehr kurzer Zeit geschehen sein. Eine anderenoch nicht zur Sprache gekommene Notiz hat der armenische Chro-nist Samuel von Ani im zwölften Jahrhundert. Er setzt die Auf-sindung in das Jahr 344, und es ist schwer zu denken, daß er derihm nothwcndig bekannten Sage von der Helena so direct wider-sprochen hätte, ohne in seinen zum Theil alten Quellen dazu eineBerechtigung gefunden zu haben.

Das Kreuz war aus irgend eine Art zum Vorschein gekommen,seine Verehrung hatte sich mit seinen Partikeln schnell und weit ver-breitet ; die Wichtigkeit des Gegenstandes machte die Auffindung z»