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es dürsten auch nur diejenigen dieser Verehrung rhcilhaftig werden, diesich nicht etwa durch die bloße Meinung, oder durch das Alter, sonderndurch eine zuverlässige Ueberlieferung wahrhafter Schriften bestätigenlassen. Er erzählt eine Reihe von Beispielen, wie man ganz nach Willkürbeliebige Gebeine erst als die eines Bekenners, dann als die einesMartyrs verehrt; wie man einen im Trunk in einen Brunnen ge-fallenen Menschen zum Heiligen gemacht^); wie gewisse Heilige eingar zweideutiges Ende genommen. Da sogar bei solchen Wundergeschehen wären, könnten selbst Wunder nicht als sicherer Erweisihrer Aechthcit gelten; denn Gott thue aus verschiedene Weise Wun-der, z. B. durch Bilcams Eselin. Durch dergleichen falsche Heiligezwinge man gleichsam Gott, der von ihnen nichts wisse, zu lügen.In einem Dorfe bei Beauvais habe man einen ganz gewöhnlichenJungen, bloß weil er am heiligen Charfrcitag gestorben, zum Hei-ligen gestempelt', Weihgeschenkc und Wachslichter dargebracht undvon fernher Baucrnprozessioncn zu ihm angestellt; der benachbarteAbt mit seinen Mönchen habe dies mit angesehen und, durch dievielen Geschenke bestochen, geduldet, daß betrügerische Wunder ge-schähen. Durch solche Lügen und Schurkereien sehe man täglichfremde Beutel bis auf den Grund leeren^'). Es sei einmal inseiner Gegenwart geschehen, daß in einer berühmten Kirche, diegerade Geld bedurfte, ein Prediger ein Stück Brot, von welchemangeblich Christus mit eigenen Zähnen gekaut, vorgezeigt, und, wennman es nicht glauben wollte, sich auf ihn, Guibert, als berühmtenSchriftsteller und geistlichen Heros berufe» habe; er aber habe ausRücksicht auf die höhere Geistlichkeit, die diesen Betrug angestiftet,ihn nicht Lügen zu strafen gewagt. In Städten und Dörfernmache der Pöbel täglich neue Heilige, und der Klerus schweige dazu,daß die alten Weiber erlogene Geschichten dieser Heiligen absängenund, wenn jemand widersprechen wolle, mit Schimpfwortcn undSpindeln vcrthcidigte». Nicht besser 'gehe es mit den Reliquien derächten Heiligen; auch hier sei ein unermeßlicher Jrrthum, denselbenHeiligen wolle man in vielen Kirchen besitzen. Das Haupt Johan-nes des Täufers sei in Constantinvpel und in St. Jean d'Angeli(Guibert wußte nicht, daß es noch an vielen andern Orten vorhan-
Wahrscheinlich auf diese Geschichte bezieht sich folgende Vorschrift deskanonischen Rechts, c. ). X, de lielchui!» (3, 46) - „Wir haben gehörtdaß einige von euch, durch teuflische Ast betrogen, einen in Rauschund Trunkenheit zu Tode gekommenen Menschen (nach Weise der Un-gläubigen) als Heiligen verehren, da, nach dem Wort des Apostels„Trunkenbolde werden das Reich Gottes nicht besitzen," die Kirchekaum erlaubt für solche in trunkenem Znstande Gestorbene zu bete».Jenen dürft ihr daher nicht ferner ehren, da es, selbst wenn durch ihnWnnver geschehe», euch nicht erlaubt sein würbe, einen solchen ohneGutheißen der römische» Kirche als Heilige» zu verehren."
^) ke»cl» keretrorum circuml»tn>ne ridieul» et eurum, <z»o« » r»die de-rl»m»ndi ralnito» kiieran;»ius vucat, inendaeü» guotidie cernimu» »lientmürsupii profund» nud»r>. >>. 334.