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[1] (1844)
Entstehung
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Die Verfasser würvcn sich indcß am die Sache gar nicht ge-kümmert, wenigstens nicht öffentlich geschrieben haben, wenn sieeinen Glaubensartikel der katholischen Kirche beträfe. Bekanntlichist dies nicht der Fall ^überhaupt ist daS Ereigniß lediglich als einpolitisches zu betrachten), und so sagt auch das „auf Veranstaltungdes Hrn. Bischofs von Trier" herausgegebene Buch S. 7. aus-drücklich: »Jeder weiß, daß es sich in dieser ganzen Sachenicht um einen Glaubens,rrtikel handelt, in Betreffdessen ein bestimmtes Urthcil und Halten des Christengeboten wäre.« Was nicht Sache des Glaubens ist, muß nothwendig Sache des historischen Beweises sein. Wie sich das genanntebischöfliche Buch auf einen historischen Beweis einläßt, so wird es auchihnen verstecktet bleiben, von dem nämlichen historischen Standpunkteaus darzuthun, daß dieser Beweis erschlichen ist. Man würde irren,wollte man darin einen Angriff auf die katholische Kirche sehen.

Denn daß es falsche Reliquien gebe, läugnet die katholischeKirche keineöwcgeö; daß deren namentlich im Mittelalter sehr vieleverbreitet waren, wissen wir aus zahlreichen Zeugnissen kirchlicherSchriftsteller, Päpste und Concilien. Die Klagen darüber beginne»mit Augustinus und Sulpitius Severus und lassen sich von ihnenan durch alle Jahrhunderte verfolgen; man wendete oft ganz außer-ordentliche Mittel zu ihrer Entdeckung an, wie die zuerst von derSynode zu Saragossa 592 vorgeschriebene Feuerprobe. Als z. B.im Anfang des elften Jahrhunderts zwei Mönche ein Stück vondem Tuche, womit Christus den Jüngern die Füße abgetrocknet, ausJerusalem nach Monte Cassino gebracht hatten und Viele seineAechthcit bezweifelten, ward es ins Feuer gelegt, nah«: zwar dieFarbe desselben an, aber erhielt nach Entfernung der Kohlen seinefrühere Beschaffenheit wieder"). Möge man doch, um allem Streitauf einmal ein Ende zu machen, aus diese Weise auch einmal denTrierer Nock bewahrheiten. ES würde leicht sein, eine ganze Zahlvon Seiten mit solchen gegen falsche Reliquien eifernden Stellenanzufüllen; wir begnügen uns hier, einige wörtliche Auszüge auseinem in dieser Hinsicht höchst lehrreichen Buche"") zu geben, inwelchem ein grundorthodorer, für seine Zeit gelehrter, für die Ehreder Kirche höchst eifriger Schriftsteller, der Abt Guibcrt von Nogentsur Seine, am Anfang des zwölften Jahrhunderts sich gegen dievielen damaligen Rcliquicnfälschungcn erhoben und uns über dieArt, wie man dergleichen fabrieirtc, unterrichtet hat. Die Gelegen-heit zu dieser Schrift gab ihm ein angeblicher Zahn Christi, dendas Mcdardusklostcr in Soissons besaß, und dessen Unächthcit erauf seine Weise weitläuftig erweist. Er beginnt damit, daß dieVerehrung der Gebeine der Heiligen und der ihnen angehörigcnSachen nicht zu den zur Seligkeit nothwcndigcn Dingen zu rechnen sei;

") o>>r»n. bei IV, nun. Fast jeder Band der Bollan-

disten liefert ähnliche Beispiele, i»u. mar. s. v. i'kichuiae.Iw i>>Anerili»s Süiicloruiii. es. U'.rclierv. ?»>-. 165l. lul, p. N27