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Entdeckung eines solchen Schatzes in so kahler Erwähnung und trocknerBeiläufigkeit berichtet hätten? Sie hätten es vergessen in der eigentlichenErzählung, und geschickt an einer Nebenstelle eingeflochten, wo geradevon sechs Hellern Tafelgeld siir die Trierischen Canonici zu reden war?Und Alles in Betracht gezogen, steht das Verhältniß nicht einmal sogunstig für den ungenähten Rock; es giebt da noch eine andere unbe-queme 'Anmerkung zu diesem Capitel der Gesta, welche den thränen-vollen Augen des Hn. Marr wieder entgangen ist. Capitel 101 derGesta enthält nämlich das Leben des Erzbischofs Johann, des angeb-lichen Entdeckers des Nockes. Hier ist mit keiner Sylbe des EreignissesErwähnung geschehen, und alle ältern so wie die meisten jüngern Hand-schristen gehen dann unmittelbar auf den folgenden Bischof, Theodorich,über. Nun kann man bei Wyttenbach-Müller und Maitz nachlesen, wiees in der allmählichen Erweiterung dieser Chronik häufig vorkam, daßneuere Ueberarbeiter in den ihnen vorliegenden Tert sonstige Notizenaus Urkunden oder auch ganze Urkunden einschoben; und so ist es dennauch an der uns beschäftigenden Stelle geschehen. Das ganze 102. Ca-pitel, in welchem sich die Notiz über den h. Nock befindet, ist nichts alseine Compilation von Urkunden des Erzbischofs Johann, welche erst im11. Jahrhundert hier in den Tert der Chronik eingefügt worden ist.Die Anmerkung der Herausgeber, welche dies Verhältniß ausspricht,geben wir unten im Anhang °), ziehen hier aber sogleich eine doppelte,hoffentlich unbestreitbare Folgerung.
Einmal. Die Notiz über den ungenähten Rock kann dadurch anGlaubwürdigkeit nur gewinnen. Sie ruht auf einer Urkunde des han-delnden Bischofs selbst, die von dem Schreiber der Gesta, wie derAugenschein lehrt, wörtlich und unverändert mitgetheilt wird. Um somehr ist ans ihre wortliche Fassung Gewicht zu legen , es ist nichts da-von abzunehmen, aber auch nichts hinzuzusetzen. Es ist mehr als Will-kür, wenn man nun noch von einer Jnventio im Jahre 1196reden will.
Zweitens. Es ist setzt urkundlich sicher, daß weder 1196 noch langeZeit späterhin irgend ein Mensch ein besonderes Gewicht auf die Nieder-legung der Tunica in den Petersaltar gelegt hat. Wir wüßten nichtdas Geringste davon, wenn nicht der Erzbischof an demselben Tage auch
s) Unter Nr. IS.