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[1] (1844)
Entstehung
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schützt werden könnte. Nothwcndig ist das höhere Alter der Gestaaber keineswegs, da wir von Thiofrid sicher wissen, daß er vor 1106,von dem Verfasser der Gesta aber nur, daß er vor 1124 geschriebenhat. Wir sind also durch nichts genöthigt, uns den grellen Widersinn,daß Thiofrid die Tuniea nach Safed setze, wenn sie seit etwa 327 inTrier war, aufzubürden. Thiofrid muß demnach früher, als derVerfasser der ältesten Codices der Gesten geschrieben haben. Erst nachThiofrid, also wenn man sicher gehen will, zwischen 1166 und 1124ist die Tuniea in die Urkunde Sylvesters eingeschoben worden.

Wir haben eine Bemerkung, die von der bloßen Form der Ur-kunde ausgehend, schon auf dieses Ziel hinführt, bis hierhin aufge-spart, weil sie nach den gegebenen Vordersätzen doppelt einleuchtenderscheinen wird. Schon in seiner Form zeigt das Decret Sylvestersdeutliche Spuren von der Art seiner Entstehung. ,,Helena verherr-lichte durch den aus Judäa mitgebrachten Leichnam des Apostels Mat-thias sammt der Tuniea und dem Nagel Christi, dem Zahn Petri unddem Haupte des Papstes Cornelius die Kirche." Es scheint also, dabloß der Apostelleichnam als aus Judäa umgebracht bezeichnet wird,sei die Tunica so wenig wie das Haupt des Cornelius aus Judäa gekom-men. Ferner sollten doch, wie es in allen Neliquienverzeichnissen ge-schieht, in denen Ueberbleibsel Christi vorkommen, diese den erstenPlatz in der Reihe einnehmen, was nicht der Fall ist. Beides erklärtsich nur, wenn die Worte: sainmt derT u n i c a später eingescho-ben wurden, und ist dann der oben berührten Entwickelungsgeschichteder Neliquienverehrung völlig angemessen, wonach zuerst Martyrleich-name, wie hier der Körper eines schon einer zweiten Stufe angehöri-gen Apostels, dann Christi Reliquien zum Vorschein kommen. DieNennung des Matthias giebt ferner einen Fingerzeig, in welche Zeitwir diese Erweiterungen zu setzen haben. Das Stift des h. Matthiaszu Trier hieß früher Stift des heiligen Eucharius'), erst im Laufe deselften Jahrhunderts gesellte man den h. Matthias diesem ursprünglichenSchutzpatron bei''). Der Leichnam des Matthias wird aber erst 1653,nachdem der Erzbischof Eberhard in Rom erfahren, daß derselbe inTrier sein müsse, gefunden, und zwar ist ähnlich, wie in der Anekdote

->) So noch in einer Urkunde von S7S bei Hontheim I, ZW.b) So in einer Urkunde von 10Z», Daselbst g, ZöZ.