von der Kiste des Agritius, diese erste Auffindung keine ganz erfolg-reiche. Die Gebeine verratheu sich nur durch den himmlischen Dust,gesehen werden sie nicht, nur ein Mönch wird begnadigt sie berührenzu dürfen, und ein anderer, der dasselbe thun will, wird unsanft zu-rückgeschleudert °). Erst um diese Zeit kann der Name des Matthiasin die Urkunde gekommen sein, und wir gelangen auch auf diesemWege zu dem Resultat, daß die Tuniea erst nach dieser Zeit hineinge-setzt ist.
Der Glaube an die Eristenz des Nockes ist also wenige Jahrenach Thivfrid in Trier Plötzlich lebendig geworden. Der Schreiberder Gesten, der rühm - und machtlose Mönch von St. Matthias, istder wahre Schöpfer der Tradition, von welcher sich vor unfern AugenHunderttausende haben in Bewegung setzen lassen. Sie ist bei ihremUrsprünge schwach und ohnmächtig, eine geringe Quelle, die erst durchviel spätere Zuflüsse zum treibenden Strome geworden ist. JenerMönch, für sich allein, ist kein besserer Zeuge, als die Träger des Ge-rüchtes, von welchem die Vita Agricii spricht. Erst das Glück, wel-ches späterhin seine Chronik, der Gebrauch, welchen spätere Genera-tionen von seiner Angabe gemacht haben, erschaffen seine Wichtigkeit.In das Archiv des Erzbisthums ist die Urkunde erst im 1-L. Jahrhun-dert, offenbar aus den Gesten entlehnt, unter Erzbischof Cuno vonFalkenstein gekommen'').
->) Brower I. 531. — Erst später 1127 unter dem Erzbischof Meginhcr nachBrower II. 22, der dafür nach seiner Weise nur eoü. ms. und anliguissimaecaleslae ejus monainenta citirt, oder nach denjenigen Handschriften der Ge-sten, die die Notiz überhaupt haben (I. 108 ml. VVzUt.), noch unter demErzbischof Bruno (s 1124) wird der Körper völlig aufgefunden, und führtbei Brower die einfache Inschrift II. iiiattbias ^postvlus. Eine andre Nach-richt, mitgetheilt ohne Angabe der Quelle in der »ist. Uaeles. <Ie Gravesetc. Verüun 1844, giebt diese in der erweiterten Gestalt tlorpus 8. Itlattb!«Helena Santa ab ^grieiv Trsviri trsnslatum anno voinini inearnationisliccllXVIII., welche ihrerseits von neuem zeigt, wie man um jeden Preis,selbst mit dem lächerlichen chronologischen Schnitzer 3K8, durch falsche Do-kumente Helena und AgrieinS herbeizuziehen beflissen war. Die Gleichheitder beiden Auffindungsgeschichten fällt von selbst in die Augen. 1053 vermu-thet man, nicht etwa ans einer „Tradition" der Trierischen Kirche, sondernans in Rom angeblich vorhandenen Nachrichten den Körper des Matthias,findet ihn aber nicht z um dieselbe Zeit wird dasselbe von dem Rocke berich-tet. In den letzten Jahren Brunos (denn bis die Quelle Browers genauerbekannt ist, müssen die Gesten den Vorzug haben) ist man so glücklich,beide Reliquien leibhaftig zum Vorschein zu bringen,b) Hontheim II. 0. I. 17. Note. Masenius.