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[1] (1844)
Entstehung
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tz. 6.

Der heilige Nock wird zwischen IIOS und 1IZ 4 in die-Urkunde Sylvesters eingeschwärzt.

Es ist allgemein bekannt, wie in Folge des großen kirchlichenKampfes und der ersten Bewegungen der Krcuzzüge die Richtung aufäußerliche Religiosität, auf Wunder, gute Werke, Bisionen undReliquien in dem gesammten Abendlande in das Unendliche gesteigertwurde. Nimmt man den natürlichen Trieb jedes Menschen und jederZeit hinzu, einen möglichen Besitz zum wirklichen, oder zunächst docheinen schwankenden Anspruch zu einem bestimmten zu machen, erinnertman sich, wenn aus keinem andern, so doch aus dem einen Beispieleder Splvestrischen Urkunde, wie geläufig jener Zeit gerade dies Erwei-tern vorhandener Vesitztitel war, so wird man sich in keiner Bezie-hung zu wundern haben, daß endlich die Sehnsucht nach einem solchenSchatze die Tunica ebenfalls in die Urkunde brachte, wie sie früher dieh. Helena und den h. Nagel hineingebracht hatte.

Dieser Schritt geschah nun, so viel wir wissen, durch einen derVerfasser der unter dem Namen Gesta Trevirorum bekannten Chronik.Da dies Werk, eine der schätzbarsten Geschichten des deutschen Mittel-alters, früher häusig aber mit ungenügenden Hülssmitteln, und neuer-lich in Trier mit den besten auf sehr ungenügende Weise") gedrucktworden, so istcsnvthig, einige Worte über die Beschaffenheit dessel-ben vorauszuschicken.

In dem Kloster S. Matthias bei Trier begann man seit Endedes 9. Jährhunderts, was man von wichtigen oder auffallenden Din-gen aus der vaterländischen Geschichte in Erfahrung brachte, aufzu-zeichnen. Mehrere Acbtc des Klosters setzten diese Arbeit bis in das14. Jährhundert hinein fort, so jedoch , daß sie nicht bloß an die Ar-beiten ihrer Vorgänger anknüpften, sondern diese selbst umarbeiteten,erweiterten, und nicht selten mit den fabelhaftesten Nachrichten überfrühere Ereignisse ausschmückten. Insbesondere gilt das Letzte von

den Bruno als Erzbischof anredet, so wie aus die quellenmäßigen Angabendes Herausgebers, nach welchen Thiofrid im Jahre 1III6 abdiente und II1Üstarb. Woher Hontheim das Todesjahr IVSt) genommen, vermag ich nichtanzugeben, da mir die Stelle des Prodromus III, 97!>, in der er dies sagensoll, nicht zur Hand ist.

») Vergl, im Anhange Nr. 8.