Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
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Wir haben vorher bemerkt, unter welchen Bedingungen auch dieglaubigsten Apologeten erst das Dasein einer Tradition anerkennen;niemand wird die Nichtigkeit dieser Anforderungen in Abrede stellen,niemand aber auch behaupten wollen, daß bei unserer Erzählung nichtdas gerade Gcgenthcil derselben zu spüren wäre. Es zeigen sich höchstunbestimmte Gerüchte, Wermuthungen, die sich nicht auf den Schatteneiner frühern Ueberlieferung gründen (denn wie wir jetzt wissen, Syl-vesters Urkunde sagte damals noch nichts über die Sache), die nacheignem Gcständniß (denn der Kasten war von jeher verschlossen gewe-sen) ebenso wenig einen thatsächlichcn Anhalt hatten. Das Organder Trierschcn Kirche, der Bischof, bisher ganz unwissend, wird jetzterst aufmerksam, macht einen Versuch, das Werhältniß aufzuklären,und der Versuch führt nur zu dem Ergcbniß, daß der Beschauer, nachGottes Willen ohne Zweifel, nichts sieht.

Hr. Marr selbst, der das Citat, wie sich begreift, einmal nichtfahren lassen will, hat diese Uebelstände sehr wohl gefühlt, und aufder Stelle die kürzesten Mittel zu ihrer Heilung ergriffen. Aucher liefert eine Uebersetzung der angeführten Stelle, im Einzelnen treuund wörtlich, hier und da mit einigen erklärenden Zusätzen, die jederfür sich ganz richtig scheinen, mit kleinen Erweiterungen, die jede fürsich höchst unschuldig aussehen. Aber man vergleiche das Ganze mitdem Terte selbst. Er schreibt S. 13 : in dieser vita wird auf Grundeinerdurchaus wahren Erzählung der Vorfahren" (vevissima mar-rations maiorum diiliciiiius) berichtet, in den Zeiten nach demh. Agritius (in oder nach dem vierten Jahrh.) seien öfterneugierige Aeußerungcn unter den Gläubigen vernommen wor-den , was denn doch das für ein Kleid des Erlösers sei, wel-ches der h. Agritius in einem Kasten verschlossen inder Domkirche niedergelegt habe, indem nämlich die Einengesagt hätten w.

Alles was hier im Druck ausgezeichnet ist, fehlt im Original.Man sieht sogleich, es sind, wenn es darauf ankam, eine eigentlicheTradition zu fabriciren, durchaus die schlagenden Punkte. Das Ori-ginal sagt: es war einmal ein frommer Bischof, der hörte verschie-dene Gerüchte; Hr. Marr übersetzt: in oder nach dem vierten Jahr-hundert wurden öfter neugierige Aeußerungen vernommen. Das Ori-ginal spricht von Gerüchten unter den Menschen, Hr. MarrvonAcuße-