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so bestimmt wie jene, auch Stücke vom hl. Kreuze und das Messer vomhl. Abendmahl'von jeher besessen zu haben, und in früherer, zur Zeitder Vita Agricii war man zweifelhast, wie wir sehen werden, ob manden Rock, oder den Purhurmantel oder die Stiefel des Heilandes habe.In diesem Zweifel aber scheint uns auch die Erklärung für die vorlie-gende Form der Urkunde gefunden. Ihr Verfertiger wußte über die Re-liquien Christi nichts, als was ihn die Vita Agrieii lehrte, eine weiteUnbestimmtheit; somit faßte er sich kurz, und nahm den Nagel undjeden möglichen Inhalt der Kiste des Agricius (s. u.) zusammen unterdem Ausdruck: nebst Reliquien des Herrn. — In keinem Falle wirdsich noch ein vernünftiger Zweifel gegen die Behauptung erheben las-sen, daß die Urkunde Sylvesters nach den Wünschen und Ansprüchenjeder Zeit umgearbeitet und erweitert wurde.
Ehe ich zu der letzten dieser Erweiterungen, zu der Entstehung derRocktradition übergehe, fühle ich mich gedrungen, der literarischenMethode des Hn. Marr einige Worte der Anerkennung zu zollen. Ergeht stille, ganz stille an all jenen abweichenden Lesarten vorüber. Unddoch ciiirt er sehr häufig die Vita Agrieii, Calmets lothringische Ge-schichte, Hontheims Noten zu der Urkunde und Vrowers Triersche An-nale». Bei Brower steht die Urkunde auf der letzten Hälfte von Seite215 des ersten Bandes. Herr Marr schreibt einen ganzen Satz, einehöchst gleichgültige Bemerkung, von der ersten Hälfte von Seite 216in sein Buch herüber, aber vor der höchst entscheidenden Urkunde,zwölf Zeilen rückwärts, drückt er die Augen auf das Entschlossenste zu.Sollen wir wirklich glauben, daß er nichts, gar nichts von jenen be-denklichen Dingen bemerkt habe? Hätte eine solche Indolenz und Flüch-tigkeit ihres Gleichen? Wird er sie zugeben, und damit über seine wis-senschaftliche Unfähigkeit selbst Zeugniß ablegen? Oder war er der ehr-lichen Meinung, einem historischen Prädieanten, wie er, der auf Be-fehl seiner Obern die Heiligkeit eines Znventarstücks seiner Domkirchefür die religiösen Bedürfnisse vieler Pausende zurecht machen soll, seies um des guten Zweckes willen und vermöge der devoten Ehrfurcht,die er überall für den Gegenstand zur Schau trägt, erlaubt, alles sei-ner Ausführung Widersprechende durch vorsichtiges Verschweigen zubeseitigen? Wir müssen fast das Letzte glauben, insbesondere, wennwir sehen, was er von der Roth der ersten Christen, vom h. Polykarp,von Eusebius Bericht über Helenas Kreuzfindung uns schon erzählt