Druckschrift 
[1] (1844)
Entstehung
Seite
9
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nicht möglich, ihm das Kleid zu lassen, und eine kleine Summereichte aus, es ihm abzukaufen. Für die ganze Zeit der Verfolgun-gen der Christen durch Juden und Heiden, also für die drei ersten,,Jahrhunderte, blieb das Kleid verborgen, nur von wenigen Eingc-weihten gekannt, denn da die Christen sich ringsum von Feinden undVerfolgern umgeben sahen, nirgendwo Schutz der persönlichen Frei-heit und des Eigenthums ihnen gewährt wurde, war der Nock nurin der stillsten Verborgenheit sicher."

ES ist nicht schwer zu zeigen, daß diese angebliche Wahrheit einmit der beglaubigten Geschichte nicht in Uebereinstimmung zu bringen-der, nach den eigenen Voraussetzungen des Hn. Marr höchst unwahr-scheinlicher und ganz willkührlicher Nothbehelf ist.

Offenbar müßte, was Hr. Marr von dem ungcnähten Nock vor-aussetzt, daß die ersten Christen nichts eiligeres zu thun gehabt, als daßsie ihn an sich gebracht und sorglich bewahrt hätten, auch von allenauf Christus bezüglichen Dingen gelten (wie er es denn selbst auch vonden vier Stücken des Oberklcidcs behauptet), besonders aber von sovielen Dingen, die seine Verwandten und Begleiter ohne die Mühe undGefahr des Ankaufs bei seinen Feinden sich verschaffen konnten odernoch besaßen. Es müßten also gleich eine große Menge Reliquien vonChristus vorhanden gewesen sein, und es ist unmöglich, daß wir davonnichts wissen sollten, daß kein alter Kirchenschriststeller davon gespro-chen , daß kein Ereigniß ihr Dasein bezeichnet hätte. Auch daß dieChristen bis auf Constantins Zeit in einer solchen Lage gewesen seien,wie sie Hr. Marr schildert, daß sie den Nachstellungen der Juden undHeiden nur durch strenge Verheimlichung einen solchen Schatz entzie-hen konnten, ist eine Ilebertrcibung, wie sie ihm nur das Gefühl derHaltlosigkeit seiner Hypothese eingegeben haben kann. Es betrifft diesso bekannte und so sichere Dinge, daß eine eigentliche Widerlegung Nie-mand verlangen wird. Wir erinnern nur daran, daß überhaupt vor249 gar keine allgemeine Christenversolgung Statt gefunden hat;daß die Christen mit den Dingen, welche sie damals wirklich heilighielten, nicht so heimlich gethan, daß sie vielmehr ihre heiligen Schrif-ten offen gebraucht und in ihren den Kaisern und dem Senat einge-reichten Apologien und sonstigen Büchern vielfach erwähnt haben, wäh-rend die Heiden, wie sich denken läßt und historisch gewiß ist, diese inder That gelegentlich wegzunehmen suchten, weil sie durch deren Ver-