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[1] (1844)
Entstehung
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tilgung und nicht durch die einiger Reliquien das Christenthum allen-falls zu ersticken hoffen konnten; daß endlich Eusebius bald nach derZeit der stärksten Verfolgungen von der Nothwendigkeit solcher Vorsichtgar keine Vorstellung hat, sondern unbefangen erzählt, daß der Stuhldes Jaeobus von jeher in Jerusalem aufbewahrt und hochgehaltenworden ").

Mehr noch, als diese Erwägungen, spricht gegen Hn. Marr An-nahme der Umstand, daß sie mit der beglaubigten Geschichte der Rc-liquieuverehrung in völligem Widerspruch steht. Wie man nach denneutestamentlichen Schriften und den ältesten Schriftdenkmälern desChristenthums Anfangs keinen Werth auf Reliquien gelegt hat, so istauch historisch gewiß, daß nicht die Reliquien von Christus die erstengewesen sind, sondern daß der Neliquiencult von den Gräbern undKörpern der Heiligen ausgegangen ist An Reliquien Christi denktman erst sehr spät, erst im vierten Jahrhundert fangen sie an zumVorschein zu kommen, zuerst ganz einzeln, nämlich das Kreuz, die ein-zige in jenem Jahrhundert nachweisliche Reliquie, allmählich aber,und auch dies erst nach längerer Zeit, häufiger, wie z. B. von denNägeln erst das fünfte Jahrhundert weiß. Sobald aber die Sache dahingediehen ist, sobald Reliquien Christi bekannt werden, sprechen auch so-gleich die Schriftsteller davon als von höchst wichtigen Dingen, wiewir bei Gelegenheit des Kreuzes unten näher sehen werden.

Mit einem Worte wenigstens müssen wir uns mit Hn. Marr auchauf dem Felde der psychologischen Phantasien einlassen, aus dem er sichso sicher fühlt. Voraussetzungen, wie die scinigen, können zu Hundertenmit leichter Mühe gemacht werden, ohne daß eine davon das Mindeste

-,) K.Gesch. VII, 19.

d) Hr. Marr sagt:suchten ja die Juden zu Anfang des zweiten Jahrhundertsden Christen zu Smyrna die Gebeine des h. Polycarpns zu entreißen und zuzerstören." Da Polycarp erst 109 gestorben ist, so kann dies wohl nicht imAnfang des zweiten Jahrhunderts geschehen sein. Daß Hr. Marr mit derKirchengeschichte so unbekannt sei, dies nicht zu wissen, läßt sich nicht denken;allerdings aber paßte die Zeit je früher desto mehr, die Blöße der Hypothesezu decken. Daß katholische Kirchenhistoriker das Verhältnis nicht andersansehen, als oben im Tert geschehen ist, zeigt der Umstand, daß man bei ihnendie Voraussetzungen des Hn. Marr nicht antrifft. Wir verweisen aufLocherer II!, 349 u. VI, S23 :bei Polyearp zeigt sich das erste Beispieleinfacher Verehrung und Aufbewahrung gottbegeisterter Blutzeugen."Ritter II, 1,15ss!besonders kommen in diesen Jahrhunderten (8101073)die Reliquie» von Christo zum Vorschein."