sondern durch die Länge der Zeit verändert, verschossen ist, lehrt derAugenschein. Das Urtheil eines Sachkenners, der den Rock lange undgenau betrachtet hat, war, daß sie ursprünglich Purpur gewesen seinmüsse. Dies stimmt auch sehr Wohl mit Vrower, der den Rock frühersah und gradezu sagt, die Farbe komme dein Purpur sehr nahe '), undScheckmann''), der die Farbe als Purpur, welchem etwas Gelb beige-mischt sei, beschreibt; beide heben hervor, daß sie, wenn das Sonnen-licht darauf falle, stark schimmere und changire°), was bekanntlicheine Eigenschaft des Purpurs ist. Bekannt ist nun, daß die Purpur-farbe im Alterthum sehr theuer war und nur zu Prachtgewändern ge-braucht wurde, daher ihre Anwendung überall als außerordentlicherLurus galt. Daß Christus nach Maßgabe der evangelischen Geschichtekeinen Purpur getragen haben kann''), ist wohl zu einleuchtend, alsdaß es hier ausgeführt zu werden brauchte; es würde auch widersinniggewesen sein, hätte mau ihm, wenn er schon in Purpur oder eine ähn-liche Farbe gekleidet war, noch einen Purpurmantcl umgehängt. Waralso die Farbe des Trierer Rockes, wie seine Vertheidiger sagen und derAugenschein bestätigt, ursprünglich Purpur, so hat er keinen An-spruch auf Aechtheit°).
Den Stoff des Trierer Rockes gefällt man sich zum Theil in ein
а) ^.na. lkrev. II. 91, Ausg. 1676! volare a xuniceo banä mnltum ilisore-xanto.
I>) kol. 46. d. Enen hat Bl. Z7, b.! Seine Farbe ist seltzam, syc ist nit graw,so ist sie auch nitt gantz brnne, vnd meinS bedunckenS zeugt sich das mercrtheyll Vff thennet, (vielleicht Lohe, tanoö; tennaro laiiaare vgl. Du-eange), aber dötlich (rötlich?) doch ist es uit dy färb gantz, vnd verwandertsych nach der lufft, Alßo das kein inaler die varb rechtt treffen mag.
o) Das Schillern und Changiren der Farbe des Rockes beschreibt auch ausfuhr-lich Matthias Agritius in den bei Brower II, 4SI angeführten Versen:
IVon tot multicolor pallentibua arcubus Irisloiluitar kormas, guaa versat imagino tot»,stuot rutilant varii Variante ileeore cotores.
б) Scheckmann, kol. 46b. führt als Aussage des Lactantius im vierten Buchan, daß das ungenähte Kleid purpurn (xunioen«) gewesen sei, und findetdarin einen Beweis für die Aechtheit des Trierer Rockes. Er kann nur IV,18, 7 meinen, wo Lactantius aber vielmehr von dem Purpurmantel spricht.
e) Weil der Argenteuiler Rock braun ist, so behauptet Hr. Gnerin S. S7, dieTunica Christi, so wie der ärmeren Hebräer überhaupt sei braun gewesen,und eitirt zum Beweise zwei Stellen des Chrpsostomuö (knin. in lo. 84)und Isidoras von Pelusium (ex. I, 74), in welchen von der Farbe des Klei-des gar nichts gesagt ist.