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[1] (1844)
Entstehung
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lehrten Stande fremd, daß ihre Wahl ein Zeichen affcctirter Vornehm-heit und pharisäischen Stolzes wurde'). Ans Josephus wissen wir,daß um diese Zeit die levitischen Musiker darauf Anspruch erhoben, wiedie Priester, eine lange Tunica, eine Stola zu tragen, und daß diesals ein Verbrechen gegen das vaterländische Religionsgesetz erschien'');auch hiernach kann nur die kurze Tunica allgemeine Sitte gewesen sein.

Der Trierer Rock ist nach Masenins S Fuß 1 s/2 Zoll, uach Cordelü Fuß lang°), er muß daher auch bei einer großen Statur bis auf dieFüße gefallen sein. Folglich ist klar, daß er nicht der gewöhnlichenTuniea, sondern der langen oder der obern, der Stola, dem Me'il ent-sprechen würde.

Christus aber kann nach der evangelischen Erzählung nur eine ge-wöhnliche kurze Tunica und nicht auch eine obere getragen haben. Erselbst untersagt Marc. 6, 9 seinen Jüngern, zwei Tuniken anzuziehen,welches Verbot undenkbar ist, falls er selber zwei solche trug, und ebenso wenig konnte er den Schriftgelehrten das Tragen langer Tunikenoder Stolen zum Vorwurf machen, wenn er selbst mit einer solchenbekleidet war''). Es ist daher zu urth eilen, daß der Trie-rer R 0 ck zu lang sei, um für d as ä cht e un g enäh te Kle idChristi gelten zu können.

Die Farbe des Trierer Rockes ist bekanntlich schwer zu beschrei-ben; sie ist setzt braunröthlich; daß dieselbe jedoch nicht ursprünglich,

->) Aermel gehören der Tunica nicht ursprünglich a», sondern erscheinen allmäh-lich und parallel gehend mit der Verlängerung nach unten, anfangs bei Frauenund Weichlingen und erst sehr spät allgemeiner. Doch giebt es über diesenPunkt für das hebräische Alterthum zu wenig Nachrichten, als daß wir aufihn im Tert hätten Rücksicht nehmen können.

I>) kos. XnU. XX, 9, b: rum'rl« roks 7r«r^>io-s.

°) Marr S. Iii.

6) Wir sind über diesen Punkt, daß Christi Kleidung nur aus einem Unterkleidund einem Mantel bestanden haben könne, mit Hn. Marr S. 9 einig ; Hr.Guerin hat S. Si die unzulässige Annahme einer doppelten Tunica. CyrillVon Jerusalem sagt Kai. XIV. S. 195 k'oultve ebenso: z-ovo/tra»' Fc

Da er in Palästina lebte, wo sich dieKleidung unterdeß gewiß nicht geändert hatte, so hat diese unbefangene Vor-stellung beinahe den Werth eines Beweises. Weniger Gewicht ist auf diegleichlautenden Aussagen anderer Kirchenväter zu legen z. B. des Lacta'ntiusIV, 18, 8. Bei einigen finden sich sogar ganz verkehrte, aus der Vorstellung,daß das Kleid der Herren einen unschätzbaren Werth gehabt haben müsse,hervorgegangene Beschreibungen, wie bei NonnuS.