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[1] (1844)
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wolle, mit Schimpfworten und Spindeln vertheidigten. Nicht bessergehe es mit den Reliquien der ächten Heiligenz auch hier sei ein uner-meßlicher Jrrthum, denselben Heiligen wolle man in vielen Kirchenbesitzen. Das Haupt Johannes des Täufers sei in Constantinopel undin St. Jean d'Angeli (Guibert wußte nicht, daß es noch an vielen an-dern Orten vorhanden ist). Was wohl Lächerlicheres von dem heiligenManne gesagt werden könne, als daß er zweiköpfig gewesen. Es seiklar, daß entweder die einen oder die andern einen argen Betrug spiel-ten; sie trieben, indem sie in einer so frommen Angelegenheit zu Lügenihre Zuflucht nähmen, statt göttlicher Dinge teuflische. Hier folgt zu-nächst die Geschichte, welche wir unten S. T9 ausgezogen Habenz dannerzählt Guibert weiter, daß der Bischof Odo von Bayeur den Körperseines Vorgängers, des h. Eruperius, gesucht und dafür viel Geld ge-boten habe; in Folge dessen brachte man ihm auch bald die Gebeineeines Bauern dieses Namens und schwur ihm, daß es die des Erupe-rius seien. Dergleichen unzweifelhafte Thatsachen wisse er so viele vonallen Orten her, daß sie sämmtlich zu erzählen weder Zeit noch Kraftausreichen würde; noch häufiger, als mit ganzen Körpern werde derBetrug mit einzelnen Gebeinen gespielt u. s. w.

Auch davon, wie neuere katholische Schriftsteller über das Trei-ben mit den falschen Reliquien geurtheilt haben, mögen einige Zeug-nisse aus vielen hier abgedruckt werden. ,,Wundere man sich nicht,"sagt der Herausgeber der Werke Guiberts, der gelehrte Benedictinerd'Achery S. 562, ,,daß Guibert ausführlich gegen die Reliquienfäl-,,scher und Erfinder, gegen die, welche sie unter dem Schein der Fröm-,,migkeit dem Volke vorzeigen, loszieht. Denn gerade zu seiner Zeit,,waren so viele und verschiedene verderbliche Jrrthümer aufgekommen,,und hatte eine solche abscheuliche Geldgier die Geistlichen, die ihren,,Kirchen zahlreichen Zuspruch verschaffen wollten, ergriffen und ver-blendet, daß es nicht auffallen kann, wenn der Verfasser sie an meh-reren Stellen seines Buches streng zur Rechenschaft zieht, ohne die,,Verehrung der Reliquien bestreiten zu wollen." Aehnlich sprechensich andere dieser gewiß orthodoren und gelehrten Benedictiner von St.Maur in ihren Noten zu einer Stelle des Papstes Gregor des Großenaus, in der von Reliquienbetrügereien die Rede ist*): ,,Dergleichen,,dem Namen nach fromme, in Wahrheit aber gotteslästerliche Betrü-gereien verdammen alle wahrhaft Frommen, so viel ihrer sind; sie,,werden nur von irreligiösen Menschen betrieben, die, indem sie un-,,ter leerem Schein der Frömmigkeit täuschen, wahrer Frömmigkeit,,baar sind. Möchte doch unser Zeitalter dergleichen nicht gesehen,,haben; möchten doch endlich einmal, zwar spät, aber ernstlich, die,,Bischöfe Maßregeln ergreifen, solchen gottlosen Mißbräuchen der

*) vrsx. öl. 0,>i>. l>ar. 1703. II. 709.