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VII.
Eigenliebe.
Von Rachsucht und von Stolzhast Du mich zwar befreyt: aber das istnoch nicht ganz von mir gewichen, daß ichvon andern gern geliebt oder gefürchtet wer-de, bloß um einer gewissen innern Freudewillen, die doch keine Freude ist. Daherkommt es, daß wir Dich weder so lieben,noch so fürchten, wie wir sollten: denn eSist uns mehr daran gelegen, an DeinerStatt, als um Deinetwillen gefürch-tet oder geliebt zu werden, und so machenwir einen Götzen aus uns selbst. Taglichleide ich unter dieser Versuchung. Du ge-biethcst auch hierin Enthaltsamkeit: gicb,was Du befiehlst, und befiehl, was Duwillst! Du kennst die Seufzer meines Her-zens, und die Strome meiner Thrancn, dieich deßwegen vergieße, denn ich fürchte mirvor meinen verborgenen Fehlern, welche DeinAugs allein sieht, und fühle, daß ich aufjeder andern Seite mich besser, als geradeauf dieser kenne. Wenn ich auch etwas Gu-tes an mir habe, so sollte fremdes Lob mei-ne Freude darüber nicht vermehren; aber siethut es, so wie der Menschen Mißfallen sie
ver-