Druckschrift 
Die Bekenntnisse des heiligen Augustins : mit e. Anh. seiner fernern Lebensgeschichte
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

( IZI )

Gebeine schrieen, daß ich dieß th»n müsse;daß mein Körper den geringsten Willen mei-ner Seele, selbst eine bloße Bewegung derGlieder, befolgte, m ine Seele hingegen sichselbst nicht gehorchen könnte! Dem Leib be-fiehlt sie, und er gehorcht; sich selbst be-fiehlt sie, und sie gehorcht nicht welchein Widerspruch! Welch eine Mißgestaltist unser Inwendiges!

So lag ich und marterte mich! Soklagte ich mich selbst heftiger als noch niean, und wand mich in meinen Banden,damit sie endlich ganz zerreißen mochten!Unsichtbar warst Du, o Gott! mit Deinerstrengen Barmherzigkeit um mich, damitich nicht nachlassen möchte, bis alles zerris-sen wäre, was mich noch fest hielt, damitich nicht etwa ein Kleines übrig lassen möch-te , das mich nachher wieder anfesscln könn-te. Ich sprach bcy mir:Nun soll's,nun muß es geschehen!" Ich wollte eSthun, und that es doch nicht, fiel zwarnicht auf das Alte zurück, aber ruhte bis-weilen aus, um Athen, zu schöpfen; dennje naher der Zeitpunkt ruckte, wo ich einAnderer werden sollte, desto mehr schauder-te mir vor ihm; doch schlug es mich nichtzurück, ich wollte mir Besinnung sammeln.

I 2 Die