( 82 )
So dachte ich, und. Du o Gott, wä-rest bey mir! Ich flehte, und Du erhottestmich. Ich schwankte herum, und Du leccerestmich. Ich gieng auf den breiten Strassender Welt, und Du hast mich doch nicht vcr-lassen! Ich schmachtete nach Ehre, Gewinnund einem W«ibe> und litt von diesen Be-gierden hcisse Noth: aber um so gnädigerwarst D», daß Du mir nichts angenehmseyn ließest, was nicht Du war, und da-rum hängt nun meine ganze Seele an Dir!
III.
Der Bettler beschämt den eitelnRedner.
Kaum Hab' ich je mein Elend so gefühlt,als da ich eines Tags eine Lobrede auf denKaiser halten sollte, wo ich viel log, undmit meinen Lugen die Gunst selbst derer,die das Gegentheil wußten, zu erhaltensuchte. Auf der Straße traf ich einen Bett-ler an, der seinen Hunger schien gesättigtzu haben, und nun lustig und fröhlich sei-ne Wege gieng. Ein Seufzer brach bevdiesem Anbück aus meiner Brust, ich stelltemeinen Begleitern unsre Thorheit vor, wiewir mit all unsrer Mühe am Ende doch
nichts