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1 (1827)
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40
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40 Predigt am dritten Sonntage nach Epiphania.

Glaube, eine lebendige Zuversicht auf Gottes Güte. WelchesHertz so thut, das glaubet recht; welches das nicht thut, dasglaubet nicht recht; als die thun, die nicht blosse Gottes Güte inihre Augen fassen, sondern sich zuvor umsehen nach ihren gutenWercken, daß sie der Güte Werth seyn möchten, dieselbige zu ver-dienen. Die werden auch nimmer kühne, Gott mit Ernst an-zurüsten, oder zu ihm zu treten. Nun, diese Zuversicht oderGlaube, oder Erkenntniß der Güte Christi, wäre in diesem Aus-satzigen nicht entstanden aus eigener Vernunft, wo er nicht hattezuvor gehöret ein gut Gerüchte von Christo, nemlich, wie er sogütig, gnadig, barmhertzig sey, jedermann helfe und gebe, trösteund rathe, wer nur zu ihm kömmt. Solch Geschrey muß ohnZweifel vor seine Ohren kommen seyn; aus solchem Geschrey aberhat er den Muth genommen und solch Gerüchte auch zu seinemNutz gewandt und gedeutet, dieselbige Güte auf sich gezogen undmit aller Zuversicht gedacht: Mir wird er auch so gütig seyn, wiedas Geschrey von ihm gehet, und wie sein gut Gerücht lautet.Also ist sein Glaube nicht aus Vernunft erwachsen, sondern aussolchem Geschrey von Christo empfangen, wie St. Paulus sagetRöm. 10, 17. Der Glaube kömmt aus dem Hören her; dasHören aber kömmt aus dem Wort oder Geschrey von Christo.Das ist nun das Evangelium, welches ist der Anfang, Mittelund Ende alles Gutes und Heils. Denn so haben wir nun oftgehöret, daß man zu allererst müsse das Evangelium hören, dar-nach glauben und lieben und gute Wercke thun; nicht erst guteWercke thun und also das Wesen umkehren, wie die Wercklehrerthun. Das Evangelium aber ist ein gut Gerüchte, Rede, Ge-schrey von Christo, wie er nichts denn eitel Güte, Liebe undGnade sey; also, daß es von keinem andern Menschen oder Hei-ligen laute. Denn wiewol auch andere Heiligen gut Gerüchteund Geschrey haben, so heißt es doch nicht Evangelium, ohn woes allein von Christi Güte und Gnaden lautet; und wo es zu-gleich auch von andern Heiligen wollte lauten, so ists nicht mehrEvangelium. Denn es will den Glauben und Zuversicht alleinauf den Fels, Jesum Christum, bauen.

Wiederum ist auch hier das Exempel der Liebe fürgebildetin Christo gegen den Aussätzigen. Denn da flehest du, wie ihndie Liebe zum Knecht macht, daß er dem Armen hilft frey um-sonst, sucht weder Genieß, Gunst noch Ehre dadurch, sondernallein den Nutz des Armen und Gottes des Vaters Ehre. Dar-um er ihm auch verbeut, er solle es niemand sagen, auf daß es