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1 (1827)
Entstehung
Seite
35
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Predigt am ersten Sonntage nach Epiphania. Z,5

und ohne Sünde; da wird nichts aus, es ist eitel verlorne Müheund Arbeit. Weißt du nicht, daß Christus nicht sevn will, nochsich finden lassen, denn in dem, das des Vaters ist, nicht in dem,das du oder alle Menschen sind und haben? Es ist nicht der Fehlan Christo und seiner Gnade; er ist und bleibet wohl unverloren,und laßt sich allezeit finden. Aber es fehlet an dir, daß du ihnnicht recht suchest, da er zu suchen ist, weil du dich deinem Füh-len nach richtest, und meynest ihn zu ergreiffen mit deinen Ge-dancken. Hieher mußt du kommen, da nicht dein noch einigesMenschen, sondern Gottes Geschaffte und Regiment, nemlich seinWort ist; da wirst du ihn treffen, hören und sehen, daß wederZorn noch Ungnade da ist, wie du fürchtest und zagest, sonderneitel Gnade und hertzliche Liebe gegen dich, und er als ein freund-licher, lieber Mittler für dich gegen den Vater das liebste undbeste redet; schicket dir auch nicht darum solche Versuchung zu,daß er dich wolle Verstössen, sondern daß du ihn desto besser lernestkennen und desto vester an seinem Wort hangen, und deinen Un-verstand strafen und erfahren müssest, wie hertzlich und treulich erdich meynet. Siehe, das ist die schöne Lehre dieses Evangelii,wie man Christum recht suchen und finden soll, und zeiget denrechten Trost, der die betrübten Gewissen zufrieden machet, daßalles Schrecken und Angst hinweg fallet und das Hertz wiedererfreuet und gleich neu geboren wird. Aber schwer wird es, ehees dazu kommt und solches ergreiffet. Es muß zuvor erlauffenund erfahren, daß alles verloren und vergeblich Christum gesuchetHeisset, und zuletzt doch kein Rath ist, denn daß du dich, ausserdir selbst und allem menschlichen Trost, allein in das Wort er-gebest. In anderm leiblichen Unfall und Noth, da magst duTrost suchen bei dem, das unser ist, Geld, Gut, Freunden undBekannten; aber hier, in diesen Sachen, mußt du ein andershaben, das nicht der Menschen, sondern Gottes eigen ist, nemlichdas Wort, dadurck er allein mit uns und wir mit ibm könnenbandeln.