10 Predigt am zweyten Advent- Sonntage.
cken. Denn das können wir nicht wehren, wir müssens hörenund sehen, daß jedermann so muthwiltig ist; aber laßt uns hören,was Christus sagt, und seiner Zukunft erwarten und nicht sehen,was die Gottlosen und Sichern in der Welt thun; denn eswarnet uns der Herr Christus treulich, daß wir seiner herrlichenZukunft erwarten sollen, da diß geschehen wird: die Gottlosenwerden in Abgrund der Höllen verstricken, und wir dagegen wer-den erlöset werden aus der Erden und von allem Jammer, denwir auf Erden haben. Das ist eines, das wir beute lernensollen, nemlich, daß wir uns bereiten zu des Herrn Zukunft, wiewir im Glauben auch bekennen, daß unser Herr Jesus Christuskommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Dennwas in unserm Glauben kürzlich gesaget wird, das saget dißEvangelium reichlich und überflüssig, und meldet dazu, wie esin der Welt stehen werde vor des Herrn Zukunft, nemlich also:Christus wird verachtet werden, und die Prediger des Evangeliiwird man für Narren halten; der gottlose und rohe Haufe wirddagegen im Sause leben und geitzen, gleich als sey sonst nichtsmehr aus Erden zu thun, denn das. Nicht, daß es böse undverboten sey, daß sie sich nähren, sondern sie werden ihre Her-tzen damit beschweren. Wo sie allein die Hände beschwereten,so hatte es keine Noth, denn Arbeit muß seyn; aber, daß sie dieHertzen beschweren, das ist böse und verboten; das ist, daß sieall ihre Zuversicht drein stellen, wie sie groß und reich werden,nach Christo fragen sie nichts, und verlachen Gottes Wort undden Jüngsten Tag. Das heißt das Herz beschweren.- mit demZeitlichen also umgehen, daß sie das Hertz nicht richten kann inChristi Wort; gleichwie zu unsrer Zeit Kaufleute, Bürger undBauern nur denken, wie sie reich werden, darneben geben sienicht ein Kliplein um Gottes Wort. Also wirds stehen undgehen, spricht Christus, wenn der Jüngste Tag vor der Thür ist:Alle Welt wird sicher seyn. Da irret euch nicht an; folget ihnennicht; thut nicht also, wie sie thun; haltet euch zu mir; fürchteteuch auch nicht, richtet den Kopf auf und sehet, wenn ich vomHimmel herunter wolle kommen, daß ich euch also finde, so sollsdenn mit euch keine Noth haben; denn ich werde kommen, euchzu erlösen. Welche aber das Hertz beschweren und nach demJüngsten Tag nichts fragen, denen wirds also gehen, daß sieplötzlich werden todt seyn. Wenn dieser mit der Metzen herumspringet und tantzet, wird er plötzlich da liegen; und wenn jenerzahlen wird die Joachimsthaler, wird er plötzlich mit Geld, Sack