Druckschrift 
1 (1827)
Entstehung
Seite
XV
Einzelbild herunterladen
 

Vorwort. xv

s'.'- den davon abweichenden der neueren Zeiten zu vergleichen. Es

. , , ist also auch nirgends behauptet worden, daß in keiner Hin-

, . .. . s' ficht letztere vor jenen Vorzüge hatten. Beider Werth oder

' Unwcrth möge stehen oder fallen nach den bereits ausgesproche-

nen Grundsätzen, welche die protestantische Kirche nie aufgege-' ^ ' den hat. Insofern eine Bibelerklärung aus dem eigenen Geisteder Bibel stammt, und darin begründet ist, wird sie mit dem^ Worte Gottes selbst gleichdauernden Werth haben; insofern sie' 'ich aus dem wandelbaren Zeitgeist, oder aus dem eigenen Geistedes Erklärcrs geflossen ist, wird sie den Werth behaupten, auf' - dieser Geist selbst Anspruch machen kann.Was von

' ^'-chLuthers Bibelerklarung gilt, das gilt auch von einem großen- ' chTheile seiner dogmatischen Ansichten." Es möge immerhinch von seiner ganzen Religionslehre gelten, und selbst darnach' V-, ^ manches verworfen werden, was er als Wahrheit erkannte.Nicht das macht uns der evangelischen Kirche ungetreu, daßwir zugeben, Luther habe in einigen seiner Ansichten irren kön-nen und wirklich geirrt. Er selbst war weit entfernt, sich aus.. .den papstlichen Stuhl zu setzen, und wer von seiner Kirche^ ..v. ihn hinaufzuheben versuchen wollte, würde durch seinen Na-men nichts gewonnen haben, sondern dem Geiste und der

Wahrheit nach Papstler sein. Nur ein arger Mißverstandkonnte den Recensentcn zu der Besorgniß verleiten, als wenndurch die Auswahldie Leser bewogen werden sollten, mit

tm mMich

dcmuthiger Verleugnung ihrer Vernunft und des Rechts der

eigenen freien Prüfung alle hier mitgetheilte Erklärungen' sder Bibel und alle hier vorgelegte theologische Behauptungenals wahr und richtig anzunehmen." Aber im Gegentheildürften wir, den obersten Grundsatz des Protestantismus im. Auge haltend, gewiß auch nicht anstehen, in manchen Puncten' - 'der sogenannten religiösen Aufklärung um Z99 Jahr zu-. ,ruckzugehen," wenn wir nicht den Vorwurf der Gegner, daß^ wir unserer Kirche ungetreu geworden, lind obne kirchlich-reli-giöses Band wären, verschulden wollen. Diese Worte glaubte