48
Die Weltherrschaft, August's Idol,
Vergleichend mir dem Wogensturz, der nimmerZu stürzen ruht, bis einst durchwühlt und hohlDas Felsgebirg' zusammenbricht in Trümmer.Prophetisch sprach er dann, Castandern gleich:„So wie der Bürger Tugend hob das Reich,So wird, so muß ihr Uebermurh es fällen.
Schon macht die Ueppigkeit sie feig und weich;Man hört den Neid des Pöbels gelb und bleichUm die Pallaste stolzer Prasser bellen.
Man sieht den Edelmutb, wie Schaum der WestenAm Felrgestad, vor schnödem Gold zerschellen.Schon wagt's kein Cato mehr, den reichen BösewichtVor allem Volk zu ziehn itt's Strafgericht.
Noch maniber Stoiker wird zwar von Tugend schwatzen;Doch, weil sein Beyspiel Hohn den Lehren spricht.So lächelt Alt und Jung der eiteln Fratzen.Den Cirkus stehst du vollgedrängt, die Tempel leer,„Wozu bedürfen," kreischt der Witz der Spötter,„Des Weihrauchs wohl die seel'gen Götter?"Geopfert wird fortan neir Einem Gotte mehr.Dem Bauib; der wird ein Ungeheuer,Das nimmersair und grausam wild.