204 Reisebilder II.
mit der ganzen Welt: man kann annehmen, daß dieses nach jetzt derFall ist, ungeachtet unserer kleinen zwischenspieligcn Ranserei mitden Türken; und daher sollte man denken, es könne keine Ursachein der Welt geben, weshalb wir jetzt nicht glücklich sein sollten: wirhaben ja Frieden, unser Boden bringt reichlich seine Früchte, und,wie die Weltwcisen und Gesetzgeber unserer Zeit eingestehen, wir sinddie erleuchtetste Nation auf der ganzen Erde. Wir haben wirklichüberall Schulen, um die heranwachsende Generation zu unterrichten;wir haben nicht allein einen Rektor oder Vikar oder Kurateu injedem Kirchsprengel des Königreichs, sondern wir haben in jedemdieser Kirchsprengel vielleicht noch sechs Religivnslchrer, wovon jedervon einer andern Sorte ist, als seine vier Kollegen, dergestalt, daßunser Land hinlänglich mit Unterricht jeder Art versorgt ist, keinMensch dieses glücklichen Landes im Zustande der Unwissenheit lebenwird, — und daher unser Erstaunen um so größer sein muß, wieirgend jemand, der ein Premierminister dieses glücklichen Landeswerden soll, dieses Amt als eine so schwere und schwierige Last ansieht.
11) Ach, wir haben ein einziges Unglück, und daS ist ein wahresUnglück: wir haben nämlich einige Siege gekauft — sie waren herrlich— es war ein gutes Geschäft — sie waren drei- oder viermal so vielwert, als wir dafür gaben, wie Frau Tweazle ihrem Manne zusagen Pflegt, wenn sie vom Markte nach Hanse kommt — es wargroße Nachfrage und viel Begehr nach Siegen — kurz, wir konntennichts Vernünftigeres thun, als uns zu so billigem Preise mit einerso großen Portion Ruhm zu versehen.
12) Aber, ich gestehe es bekümmerten Herzens, wir haben, wiemanche andere Leute, das Geld geborgt, womit wir diese Siegegekauft, als wir dieser Siege bedurften, deren wir jetzt ans keineWeise wieder los werden können, ebensowenig wie ein Mann seinesWeibes los wird, wenn er einmal das Glück gehabt hat, sich die holdeBescherung aufzuladen.
13) Daher geschieht's, daß jeder Minister, der unsere Angelegen-heiten übernimmt, auch sorgen muß für die Bezahlung unserer Siege,worauf eigentlich noch kein Pfennig abbezahlt worden.
14) Er braucht zwar nicht dafür zu sorgen, daß das ganze Geld,welches wir borgten, um Siege dafür zu kaufen, ganz auf einmal,Kapital und Zinsen, bezahlt werde; aber für die regelmäßige Aus-zahlung der Zinsen muß er leider Gottes! ganz bestimmt sorgen;und diese Zinsen zusammengerechnet mit dem Solde der Armee undandern Ausgaben, die von unseren Siegen herrühren, sind sobedeutend, daß ein Mensch ziemlich starke Nerven haben muß, wenner das Geschnftchen übernehmen will, für die Bezahlung dieserSumme zu sorgen.
15) Früherhin, ehe wir uns damit abgaben, Siege einzuhandeln