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6 (1898) Englische Fragmente Reisebilder : 2
Entstehung
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170
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17» Reisebilder II.

Mylady, erwiderte ich, ich wette, der mcinige ist noch viel besser.

Die Damen, die zufällig gegenwärtig, wurden jetzt von mirznm Thee eingeladen, nnd sie versprachen, des andern Tages nmsechs Uhr auf jenem heiteren Hiigel zu erscheinen, wo man so trau-lich beisammen sitzen und ins Thal hinabschauen kann.

Die Stunde kam, Tischchen gedeckt, Butterbrötchen geschnitten,Dämchen vergnügt schwatzend aber es kam kein Thee.

Es war sechs, es wurde halb sieben, die Abendschatten ringeltensich wie schwarze Schlangen um die Füße der Berge, die Wälderdufteten immer sehnsüchtiger, die Vögel zwitscherten immer dringen-der aber es kam kein Thee. Die Sonnenstrahlen beleuchtetennur noch die Häupter der Berge, nnd ich machte die Damen daraufaufmerksam, daß die Sonne verzögernd scheide, und sichtbar ungerndie Gesellschaft ihrer Mitsonncn verlasse.

Das war gut gesagt aber der Thee kam nicht.

Endlich, endlich, mit seufzendem Gesicht, kam mein Hauswirtuud frug: ob wir nicht Sorbett statt des Thees genießen wollten?

Thee! Thee!" riefen wir alle einstimmig.

Und zwar denselben setzte ich hinzu den ich täglich trinke.

Von demselben, Exccllcnzcn? Es ist nicht möglich!"

Weshalb nicht möglich? rief ich verdrießlich.

Immer verlegener wurde mein Hauswirt, er stammelte, er stockte;nur nach langem Sträuben kam er zu einem Geständnis und eslöste sich das schreckliche Rätsel.

Mein Herr Hauswirt verstand nämlich die bekannte Kunst, denTheetopf, woraus schon getrunken worden, wieder mit ganz vorzüg-lich heißem Wasser zu füllen, und der Thee, der mir so gut ge-schmeckt, und wovon ich so viel geprahlt, war nichts anderes, als derjedesmalige Ausguß von demselben Thee, den meine Hausgenvssin,Lady Woolen, aus Livorno kommen ließ.

Die Berge rings um die Wälder von Lucca haben ein ganzaußerordentliches Echo, und wissen ein lautes Damengelächter garvielfach zu wiederholen.