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weiß gekleidet, und mit langen Ohrringen und Halsketten von gelbemGolde belastet, in dichten Haufen den Boden bedeckten. Als ich michumsah, erblickte ich ein ebenfalls knicendes Frauenzimmer, das sichfächerte, und hinter dem Fächer erspähte ich Myladys kichernde Augen.Ich beugte mich zu ihr hinab, und sie hauchte mir schmachtend insOhr: üskig-kitcknl!
Um Gottes willen! flüsterte ich ihr zu, bleiben Sie ernsthaft,lachen Sie nicht; sonst werden wir wahrhaftig hinausgeschmissen.
Aber da half kein Bitten und Flehen. Zum Glück verstandman unsere Sprache nicht. Denn als Mylady aufstand, und unsdurch das Gedränge zum Hanptaltar folgte, überließ sie sich ihrentollen Launen ohne die mindeste Rücksicht, als stünden wir allein aufden Apennincn. Sic mokierte sich über alles, sogar die armen ge-malten Bilder an den Wänden waren vor ihren Pfeilen nicht sicher.
Siehe da! rief sie, auch Lady Eva, geborene von Rippe, wie siemit der Schlange diskuriert! Es ist ein guter Einfall des Malers,daß er der Schlange einen menschlichen Kopf mit einem menschlichenGesichte gab; es wäre jedoch noch weit sinnreicher gewiesen, wenn erdieses Verführungsgesicht mit einem militärischen Schnurrbart verzierthätte. Sehen Sie, Doktor, dort den Engel, welcher der hochgebencdcitcnJungfrau ihren gesegneten Zustand verkündigt und dabei so ironischlächelt? Ich weiß, waS dieser Rnffiano denkt! Und diese Maria, zuderen Füßen die heilige Alliance des Mvrgenlandes mit Gold- undWeihrauchgaben niederkniet, sieht sie nicht ans wie die Catalani?
Signora Franceska, welche von diesem Geschwätz wegen ihrerUnkenntnis des Englischen nichts verstand als das Wort Catalani,bemerkte hastig, daß die Dame, wovon unsere Freundin spreche, jetztwirklich den größten Teil ihrer Renommee verloren habe. UnsereFreundin aber ließ sich nicht stören und kommentierte auch diePassivnsbilder, bis zur Kreuzigung, einem überaus schönen Gemälde,worauf unter andern drei dumme, nnthätige Gesichter abgebildetwaren, die dem Gvttesmartyrtnm gemächlich zusahen, und von denenMylady durchaus behauptete, es seien die bevollmächtigten Kommissa-rien von Österreich, Rußland und Frankreich. Der heilige Josephhatte am meisten zu leiden. Sie machte die tollsten Bemerkungenüber eine Flucht nach Ägypten, Ivo Maria mit dem Kinde auf demEsel sitzt, während der heilige Joseph als Treiber hinterher geht.Mylady behauptete, der Maler habe eine gewisse Ähnlichkeit zwischendem Treiber und dem Vierfüßler darstellen wollen. Beide ließenin der That die langen Ohren ihrer melancholisch gesenkten Häupterherabhängen. — In welcher unerhörten Verlegenheit befindet sich derarme Mensch! rief Mathilde ans. Wenn er glaubt, daß der liebeGott sich herabgelassen, sein Mitarbeiter zu sein, hat er guten Grund,sich dem Teufel zu ergeben; wenn er eS nicht glaubt, ist er ein Ketzer