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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
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156
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156 Shakespeares Mädchen und Frauen.

Jsabclln Maß für Maß. Akt II, Scene IV).

Angclo. Nehmt an, kein Mittel war', ihn zu befrei»(Zwar gelten lass' ich's nicht, noch eines sonst,

Doch so zum Beispiel nur) daß Ihr, die Schwester,Geliebt Euch fändet von solch einem Mann,

Des hoher Rang, des Einfluß auf den RichterEuch wohl den Bruder könnt' entfesseln vomAllbindenden Gesetz, und übrig war'

Ihm gar kein Rettungsmittel, als entwederIhr übergäbt das Kleinod Eures LeibsDem Mann da, oder ließt den Bruder leiden.Was thätct Ihr?

Jsnbclln. Das für den armen Bruder, was für mich.Das heißt: war' über mich erkannt der Tod:

Der Geißel Striemen trüg' ich als Rubinen,

Enthüllte mich zum Tode, wie zum Bett,

Das ich verlangt' in Sehnsucht, eh' ich gäbeDen Leib der Schmach.

Prinzessin Von Frankreich

(Der Liebe Müh umsonst. Akt III, Scene I).

Schädel. Gottes schönster Gruß Euch! Sagt,wer ist dieHanptdame?Prinzessin. Du wirst sie erkennen, Freund, an den übrigen,die ohne Haupt sind.

Schädel. Wer ist die größte Dame, die höchste?

Prinzessin. Die Dickste und die Längste.

Schädel. Die Dickst' und die Längste! So ist's; wahr ist wahr.War Euch schmächtig der Leib, wie der Witz mir, v Frau,Ein Gürtel der Jungfrau da paßt' Euch genau.

Seid Ihr nicht die Hauptfrau? die Dickste seid Ihr.

Die Äbtissin (Die Komödie der Irrungen. Akt V, Scene I).Äbtissin. Daher kam's eben, daß er rasend ward.

Der gift'ge Lärm der eifersücht'gen FrauVergiftet mehr als toller Hunde Zahn.

Du hindertest durch Schelten seinen Schlaf,lind davon hat sich sein Gehirn entzündet.

Mit deinem Tadel würztest du sein Mahl;

Gestörte Mahlzeit hindert daS Verdann,

Und daher rührt deS Fiebers Raserei.

Denn, was ist Fieber, als ein WahnsinnS-Hanch?

Du störtest stets mit Schelten sein Ergötzen;

Erholung, die so süße! was wird draus,