IL!) Shakespeares Mädchen und Frauen.
Juden die Pforten des Himmels geschlossen werden und kein Gebetmehr Einlaß erhält, hörte ich eine Stimme, worin Thränen rieselten,wie sie nie niit den Augen geweint werden ... Es war ein Schluch-zen, das einen Stein in Mitleid zu rühren vermochte... Es warenSchmerzlante, wie sie nur ans einer Brust kommen konnten, dieall das Martyrium, welches ein ganzes gequältes Volk seit achtzehnJahrhunderten ertragen hat, in sich verschlossen hielt ... Es wardas Röcheln einer Seele, welche todmüde niedersinkt vor den Himmels-pforten . . . Und diese Stimme schien mir wohlbekannt, und mirwar, als hätte ich sie einst gehört, wie sie ebenso verzweiflungsvolljammerte: „Jessika, mein Kind!"
Aomödie n.
Miranda (Der Sturm. Akt III, Scene II).Ferdinand. Warum weint Ihr?
Miranda. Um meinen Unwert, daß ich nicht darf bieten,Was ich zu geben wünschte; noch viel minder,
Wonach ich tot mich sehnen werde, nehmen.
Doch das heißt tändeln, und je mehr es suchtSich zu verbergen, um so mehr erscheint'sIn seiner ganzen Macht. Fort, blöde Schlauheit!
Führ' du das Wort mir, schlichte, heil'ge Unschuld!
Ich bin Eu'r Weib, wenn Ihr mich haben wollt,
Sonst sterb' ich Eure Magd; Ihr könnt mir's weigern,Gefährtin Euch zu sein, doch DienerinWill ich Euch sein, Ihr wollet oder nicht.
Ferdinand. Geliebte, Herrin, und auf immer ich
So unterthänig!
Miranda. Mein Gatte denn?
Ferdinand. Ja, mit so will'gem Herzen,
Als Dienstbarkeit sich je zur Freiheit wandte.
Hier habt Ihr meine Hand.
Titania (Ein Sommcrnachtstranm. Akt II, Scene II).
(Titania kommt mit ihrem Gefolge.)
Titania. Kommt! einen Ringel-, einen Feensang!
Dann auf das Drittel 'ner Minute fort!
Ihr, tötet Raupen in den Rvsenknospen!
Ihr andern führt mit Fledermäusen Krieg,
Bringt ihrer Flügel Balg als Beute Heini,