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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
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100 Shakespeares Mädchen und Frauen,

So gut, wie er, deS Winters Frost ertragen.

Denn einst, an einem rauhen, stnrm'schen Tage,

Als wild die Tiber an ihr Ufer tobte,

Sprach Cäsar zu mir: Wagst du, Cassins, nun

Mit mir zu springen in die zorn'ge Flut,

Und bis dorthin zu schwimmen? Auf dies Wort,

Bekleidet, wie ich war, stürzt' ich hinein.

Und hieß ihn folgen; wirklich that er's anch.

Der Strom brüllt' auf uns ein, wir schlugen ihn

Mit wackern Sehnen, warfen ihn beiseit',

Und hemmten ihn mit einer Brust des Trohes;

Doch eh' wir das erwählte Ziel erreicht,

Rief Cäsar: Hilf mir, Cassins! ich sinke.

Ich, wie Nneas, unser großer Ahn,

Aus Trojas Flammen einst auf seinen Schultern

Den alten Vater trug, so aus den Wellen

Zog ich den müden Cäsar, Und der Mann

Ist nun zum Gott erhöht, und Cassins ist

Ein arm Geschöpf, und muß den Rücken beugen,

Nickt Cäsar nur nachlässig gegen ihn.

Als er in Spanien war, hatt' er ein Fieber,

Und wenn der Schau'r ihn ankam, merkt' ich wohl

Sein Beben: ja, er bebte, dieser Gott!

Das feige Blut der Lippen nahm die Flucht,

Sein Auge, dessen Blick die Welt bedränt,

Verlor den Glanz, und ächzen hört' ich ihn.

Ja, dieser Mund, der horchen hieß die Römer,

Und in ihr Buch einzeichnen seine Reden,

Ach, rief:Titinius! gieb mir zu trinken!"

Wie'n krankes Mädchen, Götter! ich erstaune,

Wie nur ein Mann so schwächlicher Natur

Der stolzen Welt den Vorsprung abgewann,

Und nahm die Palm' allein.

Cäsar selber kennt seinen Mann sehr gut, und in einemspräche mit Antonius entfallen ihm die tiefsinnigen Worte:

Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein,

Mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.Der Cassins dort hat einen hohlen Blick;

Er denkt zu viel: die Leute sind gefährlich.

War' er nur fetter! Zwar ich furcht' ihn nicht;Doch wäre Furcht nicht meinem Namen fremd,Ich kenne niemand, den ich eher miede