Li) Shakespeares Mädchen und Frauen.
viele Ähnlichkeit in dieser Beziehung zwischen den ehemaligen Puri-tanern und den heutigen Republikanern waltet. Mögen Apollo unddie ewigen Musen uns vor der Herrschaft dieser letzteren bewahren!
Im Strudel der angedeuteten kirchlichen und Politischen Um-wälzungen verlor sich ans lange Zeit der Name Shakespeare, undeS dauerte fast ein ganzes Jahrhundert, ehe er wieder zu Ruhm undEhre gelangte. Seitdem aber stieg sein Ansehen von Tag zu Tag,und gleichsam eine geistige Sonne ward er für jenes Land, welchesder wirklichen Sonne fast während zwölf Monate im Jahre entbehrt,für jene Insel der Verdammnis, jenes Bvtanybay ohne südlichesKlima, jene? steinkohlcngualmige, maschincnschnarrende, kirchen-gängerische und schlecht besoffene England! Die gütige Natur enterbtine gänzlich ihre Geschöpfe, und indem sie den Engländern alles, wasschön und lieblich ist, versagte, und ihnen weder Stimme zum Gesangnoch Sinne zum Genuß verliehen, und sie vielleicht nur mit ledernenPorterschläuchen statt mit menschlichen Seelen begabt hat, erteilte sieihnen zum Ersatz ein groß Stück bürgerliche Freiheit, das Talent,sich häuslich bequem einzurichten, und den William Shakespeare.
Ja, dieser ist die geistige Sonne, die jenes Land verherrlichtmit ihrem holdesten Lichte, mit ihren gnadenreichen Strahlen. Allesmahnt uns dort an Shakespeare, und wie verklärt erscheinen unSdadurch die. gewöhnlichsten Gegenstände. Überall umrauscht uns dortder Fittich seines Genius, aus jeder bedeutenden Erscheinung grüßt unssein klares Auge, und bei großartigen Vorfällen glauben wir ihnmanchmal nicken zu sehen, leise nicken, leise und lächelnd.
Diese unaufhörliche Erinnerung an Shakespeare und durchShakespeare ward mir recht deutlich während meines Aufenthalts inLondon, während ich, ein neugieriger Reisender, dort von morgensbis in die späte Nacht nach den sogenannten Merkwürdigkeitenherumlief. Jeder kiou mahnte an den größeren kion, an Shakespeare.Alle jene Oric, die ich besuchte, leben in seinen historischen Dramenihr unsterbliches Leben, und waren mir eben dadurch von frühesterJugend bekannt. Diese Dramen kennt aber dort zu Lande nichtbloß der Gebildete, sondern auch jeder im Volke, und sogar der dickeLsskantizr, der mit seinem roten Rock und rotem Gesicht im Towerals Wegweiser dient, und dir hinter dem Mittelthvr das Verließzeigt, wo Richard seine Neffen, die jungen Prinzen hat ermordenlassen, verweist dich an Shakespeare, welcher die näheren Umständedieser grausamen Geschichte beschrieben habe. Auch der Küster, derdich in der Westminsterabtei herumführt, spricht immer von Shakespeare,in dessen Tragödien jene toten Könige und Königinnen, die hier insteinernem Konterfei auf ihren Sarkophagen ausgestreckt liegen, undfür einen Schilling sechs Pcnee gezeigt werden, eine so wilde oderklägliche Rolle spielen. Er selber, die Bildsäule des großen DichterS,