36 Tragödien.
Und Ranch, und endlich stieg aus Glut und RauchEmpor das cw'ge Wort, das nrgeborne,In rosenroter Glorie selig strahlend. (Geht al>.)
Almansor wankt träumerisch einher.Almansor lkott und verdrossen).
In alten Märchen giebt es goldne Schlösser,Wo Harfen klingen, schone Jungfrann tanzen,lind schmucke Diener blitzen, und Jasminlind Mprt' und Rosen ihren Duft verbreitenUnd doch ein einziges EntzaubrungswortMacht all die Herrlichkeit im Nu zerstieben,Und übrig bleibt nur alter Trümmerschutt,Und krächzend Nachtgcvögel und Morast.
So Hab' auch ich mit einem einz'gen WorteDie ganze blühende Natur entzaubert.
Da liegt sie nun, leblos und kalt und fahl,Wie eine aufgeputzte Königsleiche,
Der man die Backenknochen rot gefärbt,
Und in die Hand ein Zepter hat gelegt.
Die Lippen aber schauen gelb und welk,
Weil man vergaß, sie gleichfalls rot zu schminken,lind Mäuse springen um die Königsnasc,Und spotten frech des großen goldnen Zepters —
Es ist das eigne Blut, das uns hinaufsteigtIns Aug', wodurch mit schönem roten SchimmerBekleidet werden all die Rvsenblätter,Jnngfrancnwänglein, Svmmerabendwölkchen,Und gleiche Spielerein, die uns entzücken.
Ich Hab' die rote Brille abgelegt —lind sich! welch schlechtes Machwerk ist die Welt!Die Vögel singen falsch; die Bäume ächzenWie alte Mütterchen; die Sonne wirft,
Statt glühnder Strahlen, lauter kalte Schatten;Schamlos, wie Metzen, lachen dort die Veilchen;lind Tulpen, Nelken und Anrikeln habenDie bunten Sonntagsrockchen ausgezogen,Und tragen ihr geflicktes graues Hanskleid.Ich selbst Hab' mich verändert noch am meisten;Kanin kann ein Mädchensinn sich so verändern!Ich bin nur noch ein knöchrichtes Skelett;
Und was ich sprech', ist nur ein kalter Windstoß,Der klappernd zieht durch meine trocknen Rippen.Das kluge Mttnnlein, das im Kopf mir wohnte,Ist ausgezogen, und in meinem Schädel