Almcmsor.
Und milderte mit zarter Hand die RoheitDer alten Maurensitten und Gebräuche,Und Schönes blühte, wo die Schönheit herrschte.Kunst, Wissenschaft, Ruhmsucht und Frauendienst,Das waren jene Blumen, die da pflegteDer Abderrhamen königliche Hand.
Gelehrte Männer kamen aus Byzanz,Und brachten Rollen voll uralter Weisheit;
Viel neue Weisheit sproßte aus der alten;Und Scharen wißbegicr'ger >schüler walltenAus allen Ländern her nach Cordova,
Um hier zu lernen, wie man Sterne mißt,Und wie mau löst die Rätsel dieses Lebens.Cordova fiel, Granada stieg empor,
Und ward der Sitz der Maurenherrlichkeit.
Noch klingt'S in blühend stolzen Liedern vonGranndas Pracht, von ihren Ritterspielen,Von Höflichkeit im Kampf, von Siegergrvßmnt,Und von dem Herzcnspochen holder Damen,Die streiten sahn die Ritter ihrer Farbe.
Doch war's ein ernstrcr Ritterkampf, worinSie selber fiel, die leuchtende Grauada,Und ritterliche Großmut war es nicht,
Als jüngst sein Wort, womit er GlaubensfreiheitVerbürget hntt', der Sieger listig brach,
Und den Besiegten nur die Wahl gelassen,Entweder Christ zu werden, oder fortAus Spanien nach Afrika zu fliehn.
Da wurde Aly Christ. Er wollte nichtZurück ins dunkle Land der Barbarei.
Ihn hielt gefesselt edle Sitte, KunstUnd Wissenschaft, die in Hispanien blühte.Ihn hielt gefesselt Sorge für Zuleima,
Die zarte Blume, die im FrauenkäfigDes strengen Morgenlands hinwelken sollte.Ihn hielt gefesselt Vaterlandeslicbe,
Die Liebe für das liebe, schöne Spanien.
Doch was am meisten ihn gefesselt hielt,
Das war ein großer Traum, ein schöner Ä.ranm,Anfänglich wüst und wild, Nordstürme heulten,Und Waffen klirrten, und dazwischen rief's;„Quirvga und Riego!" tolle Worte!
Und rote Bäche flössen, GlaubenskerkerUnd Zwinghcrrnbnrgen stürzten ein in Glut