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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
Seite
37
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Almansor. 37

Spinnt eine Spinn' ihr friedliches Gewebe.

Auch wein' ich einwärts jetzt; denn als ich schlief,

Stahl man die Augen mir, und glühnde KohlenHat man gefugt in meine Augenhöhlen.

Du Engel oben, du, lwn dem die AmmeMir einst erzählte, daß du jede Thrane,

Die meinem Aug' entflösse, sorgsam zähltest,

Du hast jetzt Feierabend! Mühsam warDein Tagewerk, du armer Thränenzähler, —

Hast du dich nie verzählt? und konntest duDie großen Zahlen stets im Kopf behalten?

Du bist wohl müd, und ich bin auch recht müd,lind auch mein Herz ist müd vom vielen Klopfen,lind ausruhn wollen wir.

(Er legt sich nieder, an einen Kastanicnbanm gelehnt.)

Ich bin recht müdUnd krank, und kranker noch als krank, denn, ach!Die allerschlimmste Krankheit ist das Leben,lind heilen kann sie nur der Tod. Das istDie bitterste Arznei, doch auch die letzte,

Und ist zu haben überall, und wohlfeil. ( Er zieht einen Dolch hervor.)Du eiserne Arznei, du schaust so zweifelndMich an. Willst du mir helfen?

Hassan tritt ans und naht sich leise.

Hassan. Allah hilft!

?l I INN lifo r ( ohne ihn zn bemerken, noch immer mit dem Dolche sprechend).

Du murmelst was von Allah und dergleichen.

Bedarf der Dolch noch eines spitz'gcn Wortes,

Um mir das Herz im Leibe zu verwunden?

Hassan. Was Allah thut, ist wohlgethan.

Almansor (immer noch mit dem Dolche sprechend). Ha, ha, ha!Moralisieren, scheint cS, will der Dolch!

Ich rate, schweig, denn schweigend sprichst du mehr,

Als mancher Moralist mit seinem Wortschwall.

Hassan ( senkend). Almansor ben Abdullah, was beginnst du?Almansor (Hassan erblickend).

Ha! ha! Du sprachst, zweibeinig kluges Ding!

Trägst du nicht Hassans Bart und Hassans Augen?

Bist du gar Hassan selbst? Das ist recht schön.

Wir wollen Abschied nehmen. Lebe wohl!

Gleich reis' ich ab! (Zeigt ihm den Dolch.)

Sieh, diese schmale BrückeFührt aus dem Land der Traner in das LandDer Freude. Drohend steht am Eingang zwar