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4 (1898) Shakespeares Mädchen und Frauen Tragödien
Entstehung
Seite
33
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Almansor.

Und bunten Blutenstaub auf mich herab? —

Erschlossen ist des Himmels stille Pracht? —

Hcllgoldne Schülingen tragen mich hinauf, —

Zur Seligkeit hinauf! —

(In der Ferne hört man Glockcngcläntc und Kirchengcsang,)Zuleimu tsich erschrocken von ihm wendend). Jesus Maria!Älmaitsor. Welch dunkler Laut zerreißt den goldnen Schleier,Womit mich sel'ge Träume leicht ummvbcn?

Erblassen seh" ich plötzlich dich, mein Lieb,

Mein Röslein wandelt sich in eine Lilie, —

Sag an, mein Lieb, hast du den Tod geschaut,

Der unsichtbar erscheinet, uns zu trennen?

Zulrimu. Der Tod, der trennet nicht, der Tod vereinigt,Das Leben ist's, waS uns gewaltsam trennt.

Hörst du, Almansor, was die Glocken murmeln?Sie murmeln dumpf: (verhüllt sich)

„Zuleima wird vermählt heutMit einem Mann, der nicht Almansor heißt."

tP-mse.)

Atnuuisor. So hast du mir ins Herz hineingezischtDein schlimmstes Gift, du Schlangcnkönigin!

Bon diesem Gifthanch welken rings die Blumen,Des Springhorns Wasser wandelt sich in Blut,

Und tot fällt ans der Luft herab der Vogel.

So hast du mich hincingesungen, Falsche,

In jene Folterkammer, die du Kirch' nennst,

Und kreuzigst mich an deines Gottes Kreuz,

Und ziehst geschäftig an den Glockcnsträngen,lind spielst die Orgel, nm zu übertäubenMein lautes Ren- und Angstgebet zu Allah!

So hast du mich gelockt, du schlimme Fee,

In deinen Muschelwagen mit den Täubchen,

Hast mich hinaufgelvckt bis in die Wolken,

Um jählings mich von dort herabzuschlcudcrn.

Ich höre fallend noch dein Spvttgelächter,

Ich sehe fallend, wie dein ZauberwagenZu einem Sarge wird mit Feucrrädcru,

Wie deine Tauben sich in Drachen wandeln,

Wie du sie lenkst am schwarzen Schlaugenziigel,

Und grausen Fluch hiuunterbriillend, stürz' ichHinab, hinab bis in den Schlund der Hölle,

Und Teufel selbst erschrecken und erbleichenBei meinem Wahnsinnflnch und Wahnsinnanblick.

Fort! fort von hier! Ich weiß noch einen Fluch,

Heine's Werke. IV. Vd. 3