2g Tragödien.
Wie ein zu Tod getroffnes wildes Tier.
Die Mutter sprach nicht mehr, die kalte Hand nurLag in der meinigen, wie ein Versprechen.
Zuleima. O Mutter, v Fatima, du hast nochBis in den Tod geliebt dein armes Kind!
Abdullah aber hat mich noch gehaßt,
Als er hinabstieg in sein dunkles Haus.
Almansvr. Nicht mit WS Grab nahm er den Haß. Obzwar,Wenn nur durch Zufall ihm ins Ohr geklungenDie Namen Aly und Znleima, soErwacht' in seiner Brust der Sturm, wie WolkenUmzog es seine Stirn, sein Auge blitzte,
Und seinein Mund entquoll Verwiinschungsfluch.
Doch einst nach solchen! Sturme fiel der VaterErmattet und betäubt in tiefen Schlaf.
Ich stand bei ihm, auf sein Erwachen harrend.
Wie staunte ich! Als er die Wimper aufschlug,
Da lag in seinein Blick, statt Zornesglühen,
Nur klare Freundlichkeit und fromme Milde;
Statt seiner Wähnsimischmerzen wilden Zuckcns,
Umschwebte heitres Lächeln seine Lippen;
Und statt den grausen Fluch hervorzufluchen,
Sprach er zu mir mit leiser, weicher Stimme:
„Die Mutter will's nun mal, ich kann's nicht ändern,
Drum geh nur hin, mein Sohn, durchschiff das Meer,Geh nach Hispanicn zurück, geh hinNach Alys Schloß, und suche dort Znleima,
Und sage ihr" —
Da kaiil der Todesengel,
Und schnitt mit scharfem Schwerte rasch entzweiAbdullahs Leben und Abdullahs Rede. lPanse.)
Ich habe ihn ins Grab gelegt, doch nicht,
Nach Moslembrauch, daS Antlitz gegen Mekka;
Gegen Granada Hab' ich, wie er's einstBefahl, sein totes Angesicht gerichtet.
So liegt er mit den stieren, offnen Augen,
Und sieht mir immer nach. lSich allmählich umdrehend.)
Du toter Vater,
Du sahst mich wandern durch den Sand der Wüste,Und sahst mich schiffen nach der Küste Spaniens,
Und sahst mich eilen nach dem Schlosse Alys,
Und siehst mich hier, — hier steh' ich vor Zuleima,
Sag nun, Abdullahs Geist, was soll ich sprechen?
Eine in einem schwarzen Mantel verhüllte Gestalt tritt ans.
Die Gestalt. O sprich zu ihr: „Zuleima, steig herunter